Mai 13 2009

Aggressive Männer schrecken indigene Frauen ab

Komplexe Ursachen der Gewalt auch bei Amazonas-Völkern

Die Waorani wurden durch Bedrängnisse gewalttätig (Foto: www.waorani.com/Seyfert)

Wien (pte/13.05.2009/06:10) - Aggressives Verhalten von Männern führt bei indigenen Völkern nicht immer zu höherem Erfolg in Sachen Partnerwahl und Nachkommenschaft. Das berichten US-amerikanische Ethnologen in der Online-Fachzeitschrift Proceedings. Sie hatten versucht, Ursachen und Folgen zur Gewaltentstehung beim Eingeborenenstamm der Waorani im Regenwald Ecuadors nachzuweisen. Diese kleine Gruppe war in der Vergangenheit bekannt für besonders blutige Fehdekriege gegen Menschen des eigenen Volks sowie durch meist tödlich endende Aggressionen gegen Eindringlinge.

“Der Schutz der Ressourcen allein ist keine Erklärung für die hohe Aggressionsbereitschaft der Waorani, da ihr Gebiet sehr reich an Naturschätzen ist”, so der Forschungsleiter Stephen Beckermann von der Penn State University http://www.psu.edu . Um die Auswirkungen der Kriegshandlungen auf die Waorani-Familien zu erheben, befragten die Forscher alte Waorani-Männer aus 23 Dörfern und rekonstruierten daraus die Kriegs- und Lebensgeschichten sowie die Stammbäume von 551 Waorani aus fünf Generationen. Die Zahl der Beteiligungen an Angriffen werteten die Forscher als Maß für die Aggression der einzelnen Männer, wobei jedoch auch deren Alter berücksichtigt wurde.

Die blutigsten der Waorani-Krieger fanden weit schwerer Frauen, so das Ergebnis der Foschung. Die Ethnologen führen das darauf zurück, dass Aggressionen Gefahr der Rache für die ganze Familie bedeutete, weswegen Frauen sanftmütige Männer bevorzugten. Das Verhalten der Waorani unterscheidet sich somit deutlich von dem ähnlicher kriegerischer Völker. “Beobachtungen etwa der Yanomamo in Venezuela haben darauf hingewiesen, dass aggressive Krieger deutlich mehr Frauen und Kinder haben”, berichtet Beckermann. Der Unterschied zwischen den beiden Völkern sieht der US-Anthropologe jedoch kulturell bedingt. Die Yanomami legten zwischen ihren Rachefeldzügen Friedenspausen ein, die unter anderem die Reproduktion sicherstellen sollten. Ziel der Waorani war hingegen die völlige Vernichtung des Gegners, wofür sie selbst Fehdeanlässe verwendeten, die Generationen zurücklagen.

Als “extrem vereinfachend” kritisiert Elke Mader vom Institut für Kultur- und Sozialanthropologie der Universität Wien http://www.univie.ac.at/ksa im pressetext-Interview die Forschung ihrer US-Kollegen. “Die hier aufscheinende Soziobiologie will feststellen, ob Verhaltensweisen und Einstellungen im Sinne Darwins förderlich sind oder nicht”, so die Südamerika-Spezialistin. Gewalt habe jedoch allgemein wie auch bei den Waorani viele Faktoren der Entstehung und Wirkung, unter anderem geschichtliche. “Waorani wurden lange Zeit von Kautschuksammlern bedroht, die ihre Umsiedlung erzwingen wollten. Aufgrund ihrer starken Aggressivität versuchte man, andere indigene Gruppen gegen sie anzusetzen”, so Mader. Die hohe Bewertung von männlicher Tapferkeit und Kampfgeist finde man hingegen in vielen Kulturen, wie etwa im mittelalterlichen Rittertum oder auch im heutigen Militär.

Wenngleich die Blutrache auch bei heutigen Waorani noch existiere, habe seit den 60er-Jahren ein langer Prozess des Verhaltenswandels stattgefunden. “Massive Gewalt ist heute viel weniger verbreitet, was unter anderem auf die politische Anerkennung des Volkes zurückgeht. Eine Verfassungsänderung Ecuadors in den 90ern hat indigene Gemeinschaften stärker integriert, eine Zentralvertretung indigener Gruppierungen im Parlament geschaffen und den Waorani ein Territorium zugesprochen”, berichtet die Wiener Anthropologin. (Ende)

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Mai 9 2009

Sprachlosigkeit und Zeitmangel als Beziehungskiller

Zwischenmenschliche Beziehung bleibt auch nach der Partnerwahl harte Arbeit

Psychotherapeutin Sabine Fischer über Probleme in Liebesbeziehungen (Foto: privat)

Wien (pte/09.05.2009/06:05) - Kommunikationsunlust und Zeitmangel gehören zu den häufigsten Gründen, warum es in zwischenmenschlichen Beziehungen immer häufiger kriselt. “Wenn der Partner am Abend nach der Arbeit nach Hause kommt und statt zu reden fernsieht, dann tut das der Beziehung alles andere als gut”, so die Psychotherapeutin Sabine Fischer http://www.fischer-psychotherapie.at im pressetext-Interview. Das Tragische daran sei, dass das Zeitempfinden der Menschen sich in den vergangenen Jahren dramatisch verändert habe und den meisten gar nicht bewusst sei, wie wenig sie eigentlich miteinander sprechen. “Man sollte sich bewusst machen, dass Beziehung Zeit ist und Zeit erfordert”, rät die Expertin. “Jeder Mensch braucht für ein zufriedenes Leben auch Zeit für sich und Zeit für Sozialkontakte, dazu gehört auch der Partner.” Ein weiterer Grund, warum Menschen miteinander nicht mehr können, liege auch daran, dass erlerntes elterliches Verhalten nach- und weitergelebt wird. “Den meisten Betroffenen ist das nicht bewusst, dass vor allem die engsten Bezugspersonen Rollenbilder vorleben”, so Fischer. Um das eigene Verhalten besser zu verstehen und neue Verhaltenswege zu finden, sei eine Therapie förderlich, die das aufarbeitet, was man selbst erlebt habe. “Dabei kann man neue Möglichkeiten des Verhaltens, Fühlens und Denkens entdecken und sich von den vorgelebten Mustern lösen. Mit Selbstreflexion kann man das selbst nur bis zu einem gewissen Punkt tun”, erklärt Fischer. “Viele Menschen gehen von der Prämisse aus, dass die Arbeit im Beziehungsleben nach der Auswahl des Partners beendet ist”, so die Psychotherapeutin. Das sei schlichtweg ein Weg der in einen Abgrund führen kann. “Eine gut funktionierende und gesunde zwischenmenschliche Beziehung braucht Aufmerksamkeit.” Und das lasse sich nicht leugnen. Auch überzogene Glücksvorstellungen bringen so manche Beziehung an den Rand ihrer Belastungsgrenzen. “Eine erfüllende Beziehung zu führen, bedeutet mehr Zufriedenheit auch im Alltag zu finden und bringt Zufriedenheit auch in andere Lebensbereiche, weil sie eine positive Ressource sein kann.” Zu hohe Ansprüche können eine Beziehung schnell zu einem toten Punkt führen. Die Therapeutin geht von einer realistisch erreichbaren 80-prozentigen Zufriedenheit aus “Das heißt, dass es Krisenzeiten gibt, bei denen es nur ums Durchhalten geht und dann wieder Zeiten, wo es kaum schöner sein kann.” Längerfristig gesehen, sollte sich das ganze auf diese 80-Prozent-Marke einpendeln, vorausgesetzt man schenke der Beziehung Aufmerksamkeit und nehme nicht alles für selbstverständlich. “Wenn Beziehungen heute in die Brüche gehen, agieren die meisten gleich wie die Wegwerfgesellschaft: Man sucht sich einen neuen Partner, denn das Angebot im Internet ist scheinbar riesengroß”, so Fischer. “Wer sich in erster Linie auf Äußerlichkeiten bei der Wahl seines zukünftigen Partners kapriziert, wird kläglich scheitern, denn das bedeutet, sich nicht näher auf sein Gegenüber einzulassen.” Zurück bleibe dann meist nur Leere, denn wenn die erste Verliebtheit verschwunden ist, entpuppt sich das Gegenüber auch nur als Mensch mit Ecken und Kanten. “Es sind Gemeinsamkeiten, die einander anziehen”, bringt es Fischer auf den Punkt. Ein Rezept für lang anhaltende Partnerschaften liege im Wille miteinander offen zu kommunizieren, gemeinsame Ziele zu haben, den anderen nicht verändern zu wollen und keine überzogenen Glücksvorstellungen zu haben, sondern immer wieder intensiv bewußt Aufmerksamkeit zur Verbesserung der Beziehung übrig zu haben. Die erste Verliebtheit ist ein Hormonrausch mit typischem Suchtcharakter. Dabei fallen meist objektive Betrachtungen der wesentlichen Dinge wie etwa der Frage nach den Dingen, die einem wirklich wichtig sind, weg. “Das Aufwachen ist dann sehr oft bitter”, weiß die Psychotherapeutin aus der Praxis. “Man sollte versuchen, im nicht verliebten Zustand auszumalen was einem in einer Partnerschaft wirklich langfristig wichtig ist. Dadurch ist man automatisch wachsamer und behält einen Blick hinter die Kulissen”, so Fischer. Dazu komme auch die Frage, wie viel Zeit und Raum man bereit ist, dem Partner zu geben. Viele Menschen hätten heutzutage Angst vor Nähe oder davor, etwas von sich herzugeben. “Dies benötigt Vertrauen, welches sich nur durch besseres Kennenlernen und gemeinsame Zeit bildet. Geben und Nehmen müssen in einer gesunden längerfristigen Beziehung in einer Balance zueinander stehen”, erklärt die Expertin. Konflikte sind in jeder Beziehung normal, und wenn die Basis stimmt, dann ist jede Krise die Chance für ein näheres Miteinander.” Basiert eine Beziehung allerdings nur auf Sex, dann sei das eine fragile Grundlage. Sex sei nämlich nur eine von vielen Säulen, auf der eine längerfristige erfolgreiche und glückliche Beziehung basiert. (Ende)

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Mai 8 2009

Ältester Schmuck der Geschichte gefunden

Verwendung von Muschelketten in Afrika schon vor 110.000 Jahren

Schon in der Altsteinzeit fädelte man bemalte Muscheln auf eine Kette (Foto: University of Oxford)

Mainz (pte/08.05.2009/13:45) - Der bisher früheste sichere Nachweis für die Verwendung von Schmuck gelang einem internationalen Team von Archäologen nahe der ostmarokkanischen Stadt Taforalt. Die 47 handbearbeiteten Muscheln, die sie hier in einer Kalksteinhöhle fanden, sind laut Angaben der Forscher möglicherweise bis zu 110.000 Jahre alt. Das gilt als Hinweis dafür, dass symbolische Objekte auf dem afrikanischen Kontinent schon mehr als doppelt so lange verwendet werden als in Europa.

Die Grotte de Taforalt, eine von der UNESCO zum Weltkulturerbe erhobene Fundstätte in Marokko, hat bereits in der jüngsten Vergangenheit für Aufsehen gesorgt. Dank gebrannter Steinartefakte konnte man die Bodenschicht der Höhle, in der man zahlreiche Reste früher menschlicher Kulturen vorfand, auf ein sicheres Alter von 82.000 Jahren datieren. Die darunter liegende Sedimentschicht, in der die Archäologen nun unter anderem mehrere Muscheln von der Größe eines Fingernagels entdeckten, ist jedoch bedeutend älteren Ursprungs. Auch wenn die genaue Datierung der Schicht erst im Lauf des Jahres erfolgen kann, gehen die Archäologen davon aus, dass es sich bei ihrem Fund um den frühesten prähistorischen Schmuck handelt.

“Dass Menschen damals bereits Schmuck kannten, ist ein Beweis für eine sehr entwickelte Gesellschaft, die sich um mehr als nur um tägliche Nahrung, Wasser sowie Schutz vor Raubtieren und Kälte kümmerte”, erklärt Elaine Turner, Grabungsteilnehmerin und Archäologin am Römisch-Germanischen Zentralmuseum http://www.rgzm.de in Mainz, im pressetext-Interview. Beweisen könne man die Verwendung der Muscheln als Schmuck durch mehrere Tatsachen. “Einerseits ist der Fundort über 30 Kilometer vom Meer entfernt, was darauf schließen lässt, dass die Muscheln bei Jagd- oder Wanderzügen gesammelt wurden. Ein zweiter Hinweis sind die mikroskopischen Kratzer rund um die Bohrlöcher, die eindeutig von der Reibung einer Schnur stammen, auf der die Muscheln aufgefädelt waren. Einige Muscheln waren schließlich auch mit Ockerfarbe verziert”, so die Mainzer Archäologin.

Nachweise für die Verwendung von Schmuck reichen in Afrika, der “Wiege der Menschheit”, viel weiter zurück als auf allen anderen Kontinenten. “Außer den marokkanischen Muscheln fand man auch in der südafrikanischen Blombos-Höhle Muschelschmuck, der 72.000 Jahre alt ist. Ähnliche Schmuckfunde in Algerien und am Berg Karmel in Israel könnten noch älter sein, jedoch ist hier die Datierung schwieriger”, erklärt Turner. Daneben machen sich die ältesten symbolischen Objekte Europas mit einem Alter von 40.000 Jahren als Jünglinge aus. “Man kann darauf schließen, dass der moderne Mensch bei den Auswanderungen aus Afrika symbolische Objekte mitgenommen hat”, so die Altsteinzeit-Spezialistin. (Ende)

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Mai 5 2009

Warum Kaffee-Entzug Kopfweh bereitet

Schneller Blutfluss und Hirnstrom-Änderungen als Ursache

Kaffee ist die gesellschaftlich am besten akzeptierte Droge (Foto: pixelio.de/Hainz)

Kiel (pte/05.05.2009/06:10) - Koffein regt den Körper an, kann jedoch auch abhängig machen und sorgt für Kopfweh und Ermüdung, wenn die gewohnte Tagesportion ausbleibt. Warum das so ist, erklären Psychiater der University of Vermont College of Medicine http://www.med.uvm.edu im Wissenschaftsjournal Psychopharmacology. Sie untersuchten, welche körperlichen Prozesse ein plötzlicher Einnahmestopp von Koffein auslöst. Versuchspersonen, die über einen längeren Zeitraum Koffeinkapseln eingenommen hatten, zeigten deutliche Reaktionen nach einem Zufuhrstopp, die den typischen Entzugserscheinungen von Suchtmitteln glichen. Die Geschwindigkeit des Blutflusses im Gehirn und auch die Theta-Rhythmen im EEG-Bild erhöhten sich, was die Forscher als wichtigste Ursachen für das Kopfweh sehen. Die Probanden gaben außerdem an, dass sie sich beim Entzug besonders müde, erschöpft, lustlos oder matt fühlten.

“Koffein verengt die Blutgefäße, was kurzfristig zu schnellerem Blutfluss wie auch zu hohem Blutdruck führt. Gleichzeitig steigt das Sauerstoff-Angebot in den Zellen”, erklärt Hartmut Göbel, Leiter der Schmerzklinik Kiel http://www.schmerzklinik.de , im pressetext-Interview. Der in Kaffee, Tee, Cola, Energy-Drinks und auch in Kakao enthaltene Wirkstoff ziele auf die Rezeptoren ab, die der Zelle sonst Pause signalisieren, wodurch er Müdigkeit verhindere. “Das Problem dabei ist, dass das Gehirn eine ständige Koffein-Dosis bemerkt und sich daran gewöhnt. Deshalb wirkt Koffein umso weniger, je mehr man davon zu sich nimmt”, so Göbel. Entziehe man dem Körper nach der Gewöhnung Koffein, könne das zu Kopfschmerzen, Übelkeit, Müdigkeit und Depressionen führen. “Deutlich wurde das durch den Nachweis, dass die meisten Menschen am Samstag Kopfschmerz haben, da sie am Wochenende ihre gewohnte Kaffeedosis nicht zu sich nehmen.”

Medizinisch und pharmakologisch sei Koffein eine Droge, betont Göbel. Die bei regelmäßigem Genuss entstehende Abhängigkeit sei in der Gesellschaft jedoch so gut organisiert, dass man sie kaum bemerke. “Kaffee gehört zum Alltag und wird permanent eingenommen. Im Arbeitsalltag oder bei Veranstaltungen ist er stets verfügbar, oder man legt eben eine Kaffeepause ein.” Möglichkeiten des Kaffeekonsums gebe es auch in allen städtischen Einkaufszonen, während in England die traditionelle Teezeit um fünf Uhr Nachmittag dieselbe Funktion erfülle, die übliche Müdigkeit dieser Tageszeit auszugleichen. “Stark zubereiter Tee enthält dieselbe Konzentration Koffein wie Kaffee”, so der Schmerzmediziner.

Da die anregende Wirkung des Koffeins Kopfschmerz vorübergehend stillt, wird es schon lange als Arznei eingesetzt. “Coca Cola wurde ursprünglich als Therapie gegen Kopfschmerzen entwickelt”, so Göbel. Den Einsatz der Aufputschsubstanz in Medikamenten kritisiert der Schmerzspezialist jedoch. “Das ist etwa bei den gängigsten Analgetika gegen Kopfschmerz der Fall. Diese Mischpräparate kombinieren Schmerzmittel mit Koffein, wodurch das Risiko einer Abhängigkeit gegeben ist. Es gibt Patienten, die aus diesem Grund regelmäßig 30 Schmerztabletten pro Tag einnehmen.” Anstelle der Kombination sei eine Monotherapie sinnvoller, die nur einen Wirkstoff verwende und auf Koffein verzichte, betont der Schmerzmediziner. Kaffee könne man dann unabhängig von dem Schmerzmittel zu sich nehmen, wenn man den Koffeineffekt wünsche.

In Maßen genossener Kaffee sei laut Göbel eine sozial verträgliche Droge, da er die Leistung steigere. Zudem spreche medizinisch nichts gegen bis zu vier Tassen Kaffee pro Tag. “Eine Tasse enthält je nach Stärke zwischen 30 und 100 Milligramm Koffein. Koffein ist jedoch bis zu einer Dosis von 200 Milligramm unbedenklich.” Wer gerne viel Kaffee trinke, solle diesen möglichst schwach zubereiten, so die Empfehlung des Kieler Mediziners. “Wichtig ist es jedoch, Körper und Geist genügend Ausgleich zu geben.” (Ende)

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Apr 29 2009

Bertelsmann sucht den Opernstar

Gesangswettbewerb “Neue Stimmen” verhilft Talenten zum Durchbruch

Wien (pte/28.04.2009/16:20) - Der internationale Gesangswettbewerb Neue Stimmen http://www.neue-stimmen.de/ geht in diesem Jahr zum 13. Mal über die Bühne. Auch 2009 ist den Veranstaltern zufolge mit hervorragendem Sänger-Nachwuchs zu rechnen. “Das künstlerische Niveau hat sich in den letzten Jahren sehr verbessert”, meint Gustav Kuhn, künstlerischer Leiter Neue Stimmen 2009, im Gespräch mit pressetext. Um beim Finale des von der Bertelsmann Stiftung http://www.bertelsmann-stiftung.de initiierten Wettbewerbs in Gütersloh vom 25. bis 31. Oktober 2009 dabei zu sein, zählt nicht nur die Gesangstechnik und das Talent, sondern auch Ausstrahlung und das musikalische Wissen.

Unter der großen Anzahl an unterschiedlichen Gesangswettbewerben gilt der Wettbewerb “Neue Stimmen” als hervorragendes Sprungbrett für junge Sänger und Sängerinnen, zeigen sich die Organisatoren überzeugt. “Vielen Wettbewerbssängern steht eine große Karriere bevor, so bekommen cirka 80 Prozent der Finalisten ein weiteres Engagement”, erläutert Kuhn, der neben seiner Dirigententätigkeit auch als Intendant der Tiroler Festspiele Erl und Direktor der Accademia di Montegral fungiert. Der Wettbewerb wird alle zwei Jahre veranstaltet, mehr als 1.000 Sänger aus über 60 Nationen haben sich für dieses Jahr beworben. Die internationalen Vorauswahlen finden von April bis August in den wichtigsten Städten der Musikwelt statt, unter anderen Berlin, Buenos Aires, San Francisco, Sydney, Warschau, Wien und Yokosuka.

“Was sich in den letzten Jahren getan hat, ist atemberaubend. In nur einer Generation haben Länder wie China und Korea zur musikalischen Weltspitze aufgeschlossen - vor 20 Jahren war dies noch undenkbar”, schildert Kuhn. Die besten zwei Sänger aus jeder Vorauswahl qualifizieren sich für die Endrunde in Gütersloh. Zuerst findet dort eine zweitägige Vorsing-Runde mit Klavierbegleitung statt, danach folgen Semifinal- und Finalkonzerte mit Orchesterbegleitung. Der Westdeutsche Rundfunk Köln begleitet die “Neue-Stimmen”-Endrunde für eine TV-Ausstrahlung.

Doch nicht nur das Aufspüren von jungen, talentierten Opernsängern und Opernsängerinnen ist der Bertelsmann Stiftung mit dieser Veranstaltung ein Anliegen. Vielmehr soll gezielt der Nachwuchs unterstützt und die intensiven Kontakte zwischen Teilnehmern, Verantwortlichen von Opernhäusern und des Bühnenmanagements gefördert werden. Zur weiteren Entwicklung der jungen Operntalente wurde deshalb 1997 auch ein Meisterkurs Neue Stimmen initiiert, der im wettbewerbsfreien Jahr stattfindet. (Ende)

Aussender: pressetext.austria Redakteur:

Karl Georg Galler email: galler@pressetext.at Tel. +43 1 811 40 300