Sep 29 2007

ITIL: Version 3 will Kunden glücklich machen

Zertifizierungsmodalitäten verunsichern Unternehmen

ITIL sorgt für Diskussionen (Foto: itil.org)

Wien (pte/29.09.2007/13:50) - Die aktualisierte Version 3 der ITIL (IT Infrastructure Library) http://www.itil.org fokussiert stärker auf den unmittelbaren Wert von Prozess- und Organisationsoptimierung für den Kunden und den tatsächlichen Geschäftsnutzen für das Unternehmen. So fasste es Stuart Rance, IT Service Management Experte bei HP, in seiner Keynote beim 10. Internationalen IT Servicemanagement Herbstsymposium http://www.conect.at am vergangenen Mittwoch in Wien zusammen. “Version 2 hat wunderbar geholfen, um IT-Prozesse und Organisationsstrukturen innerhalb von Unternehmen zu optimieren und effizient zu gestalten. Das Problem dabei war, dass Kunden deswegen aber nicht unbedingt glücklicher waren”, meinte Rance gegenüber pressetext. Neben der Neuorganisation der ITIL in fünf Kernpublikationen plus einer umfassenden Einführung sowie geänderter Prozessübertitelungen sei das Grundkonzept im Wesentlichen dasselbe geblieben: “Adopt and adapt - Übernehmen und Adaptieren”. Rance stellt dieser Ansatz auch ein wesentlicher Unterschied etwa zum ISO 20000 Standard dar. “Während ISO 20000 einem sagt, man muss dies und jenes tun, ist der ITIL-Ansatz dahingehend, dass man Prozessmodelle anbietet, die bei anderen Firmen schon funktioniert haben. Diese Modelle können übernommen, getestet und schließlich den eigenen Organisationsanforderungen angepasst werden”, so Rance. Als weitere Neuerung der Version 3 nannte der ITIL-Mitautor, dass den bisherigen auf IT-Leistungssektoren basierenden Handlungsleitungen ein Service-Lebenszyklus zugrunde gelegt ist. Einer aktuellen Materna-Studie http://www.materna.de zufolge ist die Verbreitung von ITIL in deutschen und österreichischen Unternehmen von knapp 50 Prozent im Jahr 2005 auf aktuell 76 Prozent angestiegen. Einem sofortigen Umstieg auf Version 3 stehen die meisten Unternehmen hingegen abwartend gegenüber. “Die Umfrage unter den IT-Verantwortlichen hat ergeben, dass die überwiegende Mehrheit der Unternehmen keinen sofortigen Umstieg auf Version 3 plant. Vielmehr wollen sich die Unternehmensverantwortlichen eingehend mit der neuen Version auseinander setzen, bevor sie eine Entscheidung fällen”, so Ines Gebel, Produktmanagerin IT Service Management bei Materna. Unsicherheit herrscht derzeit auch, wie die Umstiegs- bzw. Upgradeformalitäten im Zertifizierungsprogramm ausschauen. Wie Markus Lindinger, Geschäftsführer der Masters-Consulting GmbH http://www.masters-consulting.de in seinem Vortrag festhielt, seien die genauen Modalitäten und Kursprogramme noch nicht ganz geklärt. Unternehmen könnten derzeit aber noch von Übergangsfristen profitieren. Um an das Version-3-Zertifikat zu kommen, ist die Kombination ‘Ausbildung zum Service Manager nach Version 2′ plus ‘Bridgekurs zu Version 3′ weniger zeit- und kostenintensiv als das Zertifizierungsprogramm von Grund auf nach Version 3 zu bestreiten. Gleichzeitig gestalte sich durch die unterschiedlichen Begriffszuschreibungen der Prozesse in den beiden Versionen die abschließende Prüfung als größere Herausforderung, gibt hingegen Stuart Rance zu bedenken. (Ende)

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Martin Stepanek email: stepanek@pressetext.com Tel. +43-1-81140-308


Sep 29 2007

Krokodile verfügen über perfekte Orientierung

Satelliten überwachtes Reptil findet trotz extremer Distanzen nach Hause

London (pte/29.09.2007/07:10) - Krokodile gelten bei Europäern häufig als träge und lethargische Tiere. Eine neue Studie von Forschern der australischen University of Queensland zeigt klar, dass die Reptilien genau das Gegenteil davon sind. Mit Hilfen von Satellitensendern konnten die Forscher zeigen, dass Salzwasserkrokodile (Crocodylus porosus) epische Distanzen zurücklegen können, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist in seiner Online-Ausgabe.

Der Forscher Craig Franklin und der inzwischen verstorbene Krokodilexperte Steve Irwin haben zwischen August und September 2004 drei Salzwasserkrokodile an Plätzen, die 56, 99 und 126 Kilometer Luftlinie von ihrem Heimatgebiet entfernt lagen, ausgesetzt und sie mit Sendern versehen. Alle drei Tiere verhielten sich ziemlich ähnlich: Zunächst erkundeten sie für einige Wochen ihr neues Habitat, ehe sie sich auf den Weg nach Hause machten. Zwischen fünf und 20 Tagen dauerte die Wanderung der Krokodile ehe sie wieder in ihren heimischen Gewässern waren. Alle drei Tiere hatten den Weg in ihre Heimat problemlos gefunden, wobei das Krokodil, das den weitesten Weg zurücklegte, die außergewöhnlichste Heimreise hatte, denn es musste, um nach Hause zu kommen, die Cape York Halbinsel an der Nordspitze Australiens umschwimmen. Die gesamte Distanz, die das Tier in 20 Tagen zurückgelegt hatte, betrug insgesamt 411 Kilometer.

“Die meiste Zeit, wenn man Krokodile beobachtet, liegen sie faul in der Sonne, daher kommt man leicht zum Schluss, dass sie sehr träge sind”, meint Franklin. Für viele sei es erstaunlich, dass die Krokodile tagelang schwimmen können. Das wiederum werfe einige Fragen des Metabolismus bei den Echsen auf. Bisher waren Forscher davon ausgegangen, dass sie einen aneroben Stoffwechsel - das ist eine Energiegewinnung durch den unvollständigen Abbau von Nahrungsstoffen in Abwesenheit von Sauerstoff - nutzen. Dieser Stoffwechsel stellt schneller Energie her als der aerobe, ist aber weniger effizient. Das bedeutet, dass die Reptilien große Energieschübe haben, dann aber rasch ermüden.

Die Studie widerlegt allerdings die bisher gemachten Entdeckungen, denn die Anstrengungen, die das Tier mit der Distanz von mehr als 400 Kilometern gemacht hat, legen nahe, dass der Stoffwechsel während der langen Reise umgestellt wurde. Bereits in anderen Untersuchungen haben Wissenschaftler gezeigt, dass Krokodile sehr weit ins Meer getragen wurden und den Weg zurück mühelos geschafft haben.

Rätselhaft bleibt auch das Navigationssystem der Krokodile. Die Forscher gehen davon aus, dass die Tiere wahrscheinlich mehrere Faktoren wie etwa die Position zur Sonne, das magnetische Feld, ihre Augen und ihren Geruchssinn zu ihrer Orientierung nutzen. “Krokodile sind enger mit Vögeln verwandt als alle anderen Reptilien. So ist es auch möglich, dass sie ein ähnliches Navigationssystem nutzen wie Vögel”, meint der Forscher. Die Salzwasserkrokodile - auch Leistenkrokodile genannt - sind mit einer Länge von bis zu 7,5 Metern die größten lebenden Panzerechsen der Erde. Das Verbreitungsgebiet der Tiere ist sehr groß und reicht von Ostindien über Südostasien bis nach Australien und Teilen von Ozeanien. Auch auf den Palau-Inseln, in Vanuatu und Fidschi wurden einzelne Tiere gesichtet. (Ende)

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Wolfgang Weitlaner email: weitlaner@pressetext.com Tel. +43-1-811 40-307


Sep 29 2007

Palm stellt Billig-Smartphone “Centro” für US-Kunden vor

Europäische Variante Treo 500v ab Oktober bei Vodafone erhältlich

Palm steigt in das Billigsegment für Smartphones ein (Foto: Palm)

Sunnyvale/München (pte/29.09.2007/06:15) - Der PDA-Hersteller Palm http://www.palm.com hat mit dem “Centro” ein neues Smartphone für die schmale Geldbörse vorgestellt. Palm begründet damit eine neue Gerätelinie, die sich vor allem als Konkurrenz zu Apples iPhone positioniert. Vor allem im Preis hat Centro dem Hype-Mobiltelefon aus Cupertino einiges voraus. Für die ersten drei Monate wird Centro exklusiv von Mobilfunker Sprint Nextel vertrieben und kostet in Verbindung mit einem Zwei-Jahres-Vertrag 99 Dollar. Während Palm bisher mit seinen “Treos” eher das obere Marktsegment bearbeitete, soll mit dem nun lancierten Centro der Massenmarkt erreicht werden.

Das neue Palm-Smartphone ist kleiner und leichter als bisherige Treos und basiert auf Palm OS als Betriebssystem. Es ist mit einem Touchscreen und einer vollen Tastatur ausgerüstet. Die Nutzer können E-Mails lesen und verschicken, im Internet surfen sowie Fotos und andere Dateien bearbeiten. Palm will damit traditionelle Handy-Kunden ansprechen, die zwar mehr Funktionen haben möchten, jedoch zu einem moderaten Preis. “Centro bietet die Leistung eines Breitband-Smartphones zum Preis eines Zwölf-Tasten-Telefons”, sagte Palm-Chef Ed Colligan. “Die Konsumenten suchen nach einem Gerät, mit dem sie ihre Kontakte verwalten können und die Kalenderfunktion mit einem Knopfdruck aufgerufen werden kann. Zusätzlich wollen sie im Internet surfen, die aktuellsten YouTube-Videos ansehen und alles einfach bedienen können. Der Centro bietet all diese Möglichkeiten.” Nach offizieller Darstellung geht Palm mit dem Centro allerdings nicht gegen das iPhone in Stellung. Analysten sind jedoch überzeugt, dass sich viele potenzielle Kunden allein wegen des Preisunterschiedes eher für das Centro entscheiden würden.

Das neue Palm-Gerät wird ab Mitte Oktober in den USA erhältlich sein. “Ein Start in Europa ist derzeit nicht vorgesehen”, sagt Wolfgang Weiß, PR-Manager bei Palm Deutschland, auf Anfrage von pressetext. Allerdings hat das Unternehmen in Deutschland vor wenigen Wochen das Treo 500v vorgestellt. Es zielt mit seiner Ausstattung ebenfalls auf Anfänger im Smartphone-Segment ab. Bedient wird das Gerät nicht via Touchscreen sondern per Fünf-Wege-Knopf und Tastatur. Das Handy wird mit dem Betriebssystem Windows Mobile 6 ausgeliefert, in dem neben den üblichen Office-Anwendungen auch ein Instant Messenger und die Blogfunktion Windows Live Spaces enthalten ist. Der Zugriff auf YouTube und Ebay ist ebenfalls möglich. Das Treo 500v wird ab Oktober bis Jahresende exklusiv bei Vodafone angeboten. Der Preis steht zwar noch nicht fest, er soll jedoch deutlich unter dem des Treo 750v (99 Euro) liegen, so Weiß. (Ende)

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Andreas List email: list@pressetext.com Tel. +43-1-81140-313


Sep 28 2007

Speicherchip-Krise: Hynix zieht Reißleine

DRAM-Lieferung vorerst nur an Vertragskunden

DRAM-Preise weiter auf Talfahrt (Foto: hynix.com)

Seoul (pte/28.09.2007/13:50) - Angesichts des galoppierenden Preisverfalls hat der südkoreanische Speicherchip-Hersteller Hynix http://www.hynix.com den Verkauf seiner DRAM-Module auf dem offenen Markt vorübergehend gestoppt. Damit hofft der Konzern, die Spotmarkt-Preise stabilisieren zu können. Im Gegenzug soll die Auslieferung an Vertragskunden wie PC-Hersteller ausgebaut werden, berichtet das Wall Street Journal. “Wenn die Spotmarkt-Preise dadurch schnell wieder steigen, macht der Schritt durchaus Sinn”, erklärt Merck-Finck-Analyst Theo Kitz gegenüber pressetext. Die Maßnahme sei rein strategisch und temporär begrenzt, meint der Experte. Die Preise am Spotmarkt sind in den vergangenen Monaten drastisch eingebrochen. Der Durchschnittspreis für einen DRAM-Chip liegt nach Berechnungen von DRAMeXchange derzeit bei 1,45 Dollar und damit um 62 Prozent unter dem Wert vom Jahresbeginn. Auf dem Spotmarkt werden etwa 20 bis 30 Prozent der weltweit produzierten Speicherchips gehandelt. Hynix kommt als zweitgrößter Branchenvertreter auf einen Anteil am weltweiten DRAM-Markt von 20 Prozent. Der temporäre Rückzug des südkoreanischen Konzerns vom Spotmarkt zeige, dass das Preisniveau einen Tiefpunkt erreicht hat, an dem selbst die großen Player sich bedroht fühlen, meint Min Hee Lee, Analyst bei Dongbu Securities. Die Hersteller von DRAM-Chips kämpfen nach einer kurzen Erholungsphase im Juli seit August wieder verstärkt mit dem Preisverfall. Die Nachfrage ist schwächer als erwartet ausgefallen. Die Lager haben sich gefüllt. “Tendenziell könnten sich die Spotmarktpreise durch den Rückzug von Hynix erholen”, meint Kitz. Sicher ist das aber nicht. In den Monaten Oktober und November soll das bevorstehende Weihnachtsgeschäft für Aufschwung sorgen. “Die Frage ist nur, in welchem Ausmaß”, drückt Kitz im pressetext-Gespräch auf die Euphoriebremse. Noch seien keine Indikatoren für den Weihnachtsboom festzustellen. (Ende)

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Jörn Brien email: brien@pressetext.com Tel. +43-1-81140-300


Sep 28 2007

Google Portrait sucht online nach Gesichtern

Filtersoftware verbessert Ergebnisse bei Personen-Bildersuche

Sébastien Marcel entwickelt Technologien zur Gesichtserkennung (Foto: FNS)

Martigny (pte/28.09.2007/13:50) - Unter dem Namen Google Portrait http://www.idiap.ch/googleportrait haben Schweizer Informatiker eine Applikation entwickelt, die Gesichter auf digitalen Fotos erkennen kann. Damit können Suchanfragen nach Namen in der Google Bildersuche verbessert werden. “Wir haben mit Google Portrait einen Filter entwickelt, mit dem nur jene Dateien vorgeschlagen werden, die das Gesicht eines Menschen enthalten”, erklärt Sébastien Marcel, Forschungsbeauftragter am IDIAP (Institut Dalle Molle d’Intelligence Artificielle Perceptive) http://www.idiap.ch .

Google Portrait ist eine Demosoftware, in der Technologien zur Gesichtserkennung zum Einsatz kommen, die im Rahmen des nationalen Forschungsschwerpunkts IM2 - Interaktives Multimodales Informationsmanagement http://www.im2.ch entwickelt wurden, so Marcel auf Anfrage von pressetext. “Die Software startet zuerst eine herkömmliche Anfrage bei der Google Bildersuche”, erläutert der Forscher. Alle gefundenen Bilder werden schließlich von dem Programm durchkämmt. Dabei wird das Foto mithilfe eines virtuellen Bilderrahmens in der Größe von 19 mal 19 Bildpunkten abgesucht. Bleibt die Suche erfolglos, so wird der Rahmen vergrößert.

Das Programm muss nun für jede Position des Rahmens entscheiden, ob der enthaltene Bereich einem Gesicht entspricht. “Um das Programm dazu zu bringen, diese Entscheidung zielsicher zu treffen, stützen wir uns auf statistische Methoden des maschinellen Lernens”, erläutert Marcel. Dazu nehmen die Forscher eine Datenbank zu Hilfe, die Zehntausende Bilder mit Gesichtern enthält aber auch mehrere Millionen Bilder ohne Gesichter. “Nun lassen wir vom Programm jeweils zwei dieser Bilder anhand elementarer visueller Kriterien vergleichen, die zu Beginn der Analyse im verwendeten Algorithmus festgelegt wurden. Dabei handelt es sich zum Beispiel um charakteristische Unterschiede in der Intensität zwischen einem Bildpunkt und den benachbarten Punkten.” Die Software wiederholt diese Vergleiche immer wieder, bis sie irgendwann “gelernt” hat, Bilder mit Gesichtern zu erkennen.

In einigen Fällen liege allerdings auch die Software daneben, was durch eine höhere Genauigkeit des Algorithmus vermieden werden kann. Das geht jedoch auf Kosten der Geschwindigkeit. Einschränkend führt Marcel an, dass gegenwärtig nur Dateien untersucht werden, die in der Google-Ergebnisliste weit oben sind. “Diese Einschränkung haben wir aber nur für die Demonstrationsversion getroffen”, sagt Marcel. Derzeit arbeite die Software mit ungefähr einem Fehler pro 100 Millionen Tests.

Neben dem reinen Filtermechanismus will Marcel in die Software auch noch Funktionen zur Identifikation der online gefundenen Personen einbinden. “Jeder Benutzer kann Fehler von Google Portrait korrigieren und dem dargestellten Gesicht den richtigen Namen zuweisen. Damit können wir eine riesige Datenbank mit Bildern und den zugeordneten richtigen Namen anlegen. Wenn die Software dann die Ergebnisse ihrer Suche mit den elektronischen Daten dieses Katalogs vergleicht, dürfte es gelingen, den gefundenen Gesichtern die richtige Identität zuzuordnen”, meint Marcel.

Auf die Bildersuche nach Personen haben sich mittlerweile auch andere Unternehmen konzentriert. So testet Google selbst bereits eine eigene Software zur Personensuche im Web. Das schwedische Unternehmen Polar Rose http://www.polarrose.com arbeitet ebenfalls an einer Technologie, die Gesichter in Online-Bildern analysieren und zuordnen kann (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=061219026 ). (Ende)

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Andreas List email: list@pressetext.com Tel. +43-1-81140-313