Okt 31 2007

Armee der Zombie-PCs außer Kontrolle

Infektion vor allem durch Drive-by-Downloads auf vermeintlich harmlosen Seiten

Zahl der Botnetze anhaltend auf hohem Niveau (Foto: pixelio.de)

Bochum (pte/31.10.2007/13:55) - Weltweit stehen derzeit etwa acht Mio. Rechner unbemerkt vom Eigentümer aktiv im Dienst von Hackern und Cyberkriminellen. “Die Armee der ferngesteuerten Zombie-Rechner ist kaum in den Griff zu bekommen”, berichtet Thorsten Urbanski, Sprecher des Sicherheitsunternehmens G DATA http://www.gdata.de , im Gespräch mit pressetext. Dank immer neuer Infektionen gelänge es Botnet-Mastern, die Zahl der in die Netzwerke eingebundenen Computer auf hohem Niveau zu halten. Ausgefallene Rechner, sei es durch Säuberung oder Deaktivierung, werden laufend ersetzt.

“Nach unseren Erkenntnissen gelingt es Cyberkriminellen täglich, mehr als 500.000 PCs mit Malware zu infizieren und in ihre Botnetze einzubinden. Mehr als 50 Prozent der Infektionen gehen dabei auf das Konto von Drive-by-Downloads. Spam dient bei diesem Verbreitungskonzept lediglich dazu, Anwender auf verseuchte Internetseiten zu locken. Vollkommen unbemerkt startet dann im Hintergrund ein Trojan-Downloader”, so Ralf Benzmüller, Leiter G DATA Security Labs. Nach seiner Einschätzung sind Drive-by-Infektionen klar auf dem Vormarsch. Ein Problem dabei ist, dass von vielen Securitylösungen der http-Traffic nicht permanent gescannt wird.

Mittlerweile sind die meisten Internetuser beim Empfang von E-Mails vorsichtiger geworden und löschen die Dateianhänge verdächtiger Nachrichten ungeöffnet. Daher müssen sich diejenigen, die Trojaner auf fremden Rechnern platzieren wollen, auch neue Wege einfallen lassen. Ein heißes Pflaster, um auf Webseiten mit Drive-by-Download zu gelangen, sind Foren und Online-Communitys. Dort werden Links zu verseuchten Seiten platziert und User mit falschen Versprechen zum Anklicken animiert. “Das geht sogar so weit, dass sich vermeintlich kostenlose Antiviren- und Antispyware-Lösungen selbst als Trojaner entpuppen”, meint Urbanski http://www.spywarewarrior.com/rogue_anti-spyware.htm .

Der Anwender selbst bemerkt eine Infektion so gut wie nie. Ein Hinweis darauf ist die Verlangsamung des Rechners. Oft schlafen die Schädlinge im Hintergrund und werden nur in bestimmten Situationen - beispielsweise beim Besuch der Onlinebanking-Seite - aktiv. Die Aktivität während einer Spamwelle laste den Rechner dabei entweder nicht spürbar aus oder werde zeitlich so begrenzt, dass der PC nach wenigen Minuten wieder einwandfrei funktioniert, erläutert Urbanski. Versierte Nutzer können mit dem Kommandozeilenbefehl “netstat -ano” offene Netzwerkverbindungen anzeigen lassen. So kann man feststellen, ob der Rechner an einer DDoS-Attacke beteiligt ist.

Neben der Vorsicht von Seiten des Users ist ein effektiver Schutz nur möglich, wenn auf dem PC Sicherheits-Suiten installiert sind, von denen der gesamte http-Traffic permanent überprüft wird. Ebenso notwendig ist die Aktualisierung des Betriebssystems und des Browsers, um so Sicherheitslücken durch Patches zu schließen. Besonders gefährdet von Zombieinfektionen sei die Community der Online-Gamer. Viele Spieler schalten die Firewall und den Virenschutz während der Spielesession komplett ab, um lästige Pop-Ups der Sicherheitsprogramme zu vermeiden, die eigentlich warnen, wenn etwas am Rechner nicht in Ordnung ist. “Gerade diese Gruppe, die in der virtuellen Welt gerne gegen Zombies kämpft, ist daher ein perfektes Ziel für die Botnet-Master”, so Urbanski abschließend. (Ende)

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Andreas List email: list@pressetext.com Tel. +43-1-81140-313


Okt 31 2007

Web-Pionier warnt vor Komplettabsturz

Mitentwickler des “Arpanet” sieht Internet am seidenen Faden

“Arpanet”-Mitbegründer warnt vor Internetkollaps (Foto: pixelio.de)

Redwood City (pte/31.10.2007/13:45) - Lawrence G. Roberts, Mibegründer des Internet-Vorläufers “Arpanet”, hat in einem auf der Web-2.0-Seite Internet Evolution http://www.internetevolution.com veröffentlichten Beitrag den Zusammenbruch des Internets vorausgesagt. Unter dem Titel “Routing Economics Threaten the Internet” fasst der Webexperte eine Reihe von Entwicklungen zusammen, die den weiteren Bestand des Internets bedrohen. Größtes Problem seien dabei vor allem die steigenden Kosten für die ständig wachsende Menge an Inhalten und Services, die über die Infrastruktur zur Verfügung gestellt werden. “Ich sehe die Gefahr eines Internetkollapses auch. Allerdings orte ich die unmittelbare Bedrohung nicht in den technischen Schwächen der Infrastruktur, sondern vielmehr in gezielten Cyber-Attacken”, erläutert Hermann Maurer, Dekan der Fakultät für Informatik der Universität Graz http://www.informatik.tugraz.at , im Gespräch mit pressetext. Roberts, der als einer der Pioniere der Netzwerktechnik gilt, hat die Entwicklung des Internet seit seinen Anfängen genau verfolgt. Er war der Leiter des Entwicklerteams des “Arpanet”, dem weltweit ersten Computer-Paket-Neetzwerk, aus dem sich das heutige Internet herausentwickelt hat. Seine Beobachtungen geben dabei durchaus Anlass zur Sorge. Laut der Meinung des Experten sind einerseits die veraltete Technik und andererseits die in immer größeren Mengen auftretende schlechte Programmierung dafür verantwortlich, dass sich das Internet von einem Komplettabsturz bedroht sieht. Zudem würde die heutige Menge an Internet-Traffic bald nicht mehr finanzierbar sein. “Es ist jetzt 40 Jahre her und nichts hat sich verändert”, so Roberts. “Der Internet-Traffic nimmt weit stärker zu als die Netzwerkkosten fallen können.”, erklärt er weiter. Diese würden sich alle drei Jahre verdoppeln, was sich auf Dauer niemand leisten könne. Eine mögliche Rettung sieht Roberts in dem Bestreben, das Internet und die damit verbundene Technik zu entlasten. So solle die Industrie als Hauptverursacher von Internet-Traffic von der Paketvermittlung Abstand nehmen und stattdessen priorisierte Datenströme senden. Zudem kritisiert der Netzwerkpionier die enorme Beanspruchung des Internets durch Peer-to-Peer-Netze. Diese würden bereits 80 Prozent der Bandbreite beanspruchen. Auch bei der bisher sehr soliden Protokolltechnik TCP/IP müsse sich etwas ändern. Laut Roberts sei diese schon mehr als ausgereizt und bedürfe einer Renovierung. Maurer allerdings, der als einer der Internetpioniere in Österreich gilt, hat 2004 ein Buch veröffentlicht, das sich mit eben diesem Thema auseinandersetzt. In dem Science-Fiction-Werk beschreibt er, wie durch den Zusammenbruch des Internets im Jahr 2080 totales Chaos ausbricht, das zum Tod von Millionen Menschen führt. (Ende)

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Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317


Okt 31 2007

Breitbandnetz-Pilotprojekt von EWZ und Orange gestartet

Bis Ende März 2008 erproben 55 Schweizer Haushalte die digitale Zukunft

Zürich/Lausanne (pte/31.10.2007/12:20) - Das Pilotprojekt des Elektrizitätswerks Zürich EWZ http://www.ewz.ch und dem Schweizer Telekomanbieter Orange http://www.orange.ch ist gestartet. Dank dem Breitbandanschluss an das ewz.zürinet erleben 55 Haushalte der Zürcher Baugenossenschaft Hagenbrünneli bereits heute die digitale Zukunft. Die Testhaushalte wurden über das ewz.zürinet, dem Breitbandnetz des EWZ angeschlossen und sind ab sofort mit hoch auflösendem HDTV, einem TV-Decoder, einem Internetmodem, einem Festnetz- und einem Mobiltelefon ausgerüstet. Vorhandene PCs und Laptops wurden kostenlos ans Ultra High Speed Internet angeschlossen. So ausgerüstet können die Haushalte jetzt während fünf Monaten die neuesten Telekom-Dienste von Orange testen. Die Dienste umfassen im Einzelnen Orange Digital TV mit mehr als 50 Sendern, ein Video on demand mit einem breiten Angebot an Filmen und dem Orange Ultra Highspeed Internet für unlimitiertes schnelles Surfen. Weiter einen TV-Recorder mit der Möglichkeit mehrere Sendungen gleichzeitig aufzunehmen dank des zentralen Speichers im Netzwerk. Schliesslich Orange VoIP-Telefonie fürs Festnetz und Orange Mobiltelefonie mit Optima 30 fürs Mobiltelefonieren. Preislich soll das für 2008 geplante Einstiegsangebot “deutlich unter 100 Franken pro Monat liegen”, sagt Therese Wenger, Director Media & PR von Orange gegenüber pressetext. Allerdings, so schränkt sie ein, sei noch nicht definiert, welche Dienste mit welchen Leistungen im Einstiegsangebot enthalten sein werden. “Das Pilotprojekt soll auch zeigen, wie die Bedürfnisse der Kundschaft liegen und was sie bereit sind für digitale Hightech zu bezahlen.” Sicher ist auch, dass auf der offenen Plattform von ewz.zürinet, auf welcher nach dem Pilotversuch auch an-dere Telekomfirmen als Orange ihre Dienste anbieten können, schnell ein starker Wettbewerb entstehen wird. Möglich wurde der Pilotversuch dank einem Rahmenkredit von 200 Millionen Franken, welchen die Stimmberechtigten der Stadt Zürich am 11. März 2007 für den Bau und Betrieb eines EWZ-Breitbandnetzes bewilligt haben. Der Kredit war vom Schweizer Telekom-Marktführer Swisscom, aber auch von Cablecom mit dem Argument bekämpft worden, es sei nicht Sache von Gemeinden eigene Breitbandnetze zu bauen. Mit dem ewz.zürinet entsteht nun ein modernes, kommunales Breitbandnetz basierend auf dem Glasfasernetz des EWZ. Wie Jacqueline Verjee, stellvertretende Mediensprecherin von EWZ, gegenüber pressetext ausführt, wird die Netzplanung noch in diesem Jahr abgeschlossen sein. Ab Anfang 2008 erfolgt der schrittweise Auf- und Ausbau des ewz.zürinet. Das eigene, dichte Netz von Telekommunikationsleitungen und die Synergien beim Stromleitungsbau würden dem EWZ eine rasche Umsetzung erlauben. In einem ersten Schritt sollen Geschäftsliegenschaften und Mehrfamilienhäuser angeschlossen werden. “Das Pilotprojekt mit Orange wird uns wichtige Erkenntnisse zu den Spitzentechnologien und zu den künftigen Diensten geben”, ist sich Peter Messmann, Leiter Telecom EWZ sicher. “Zudem liefert es uns wichtige Hinweise betreffend verwendeter Technologien wie auch der eingesetzten Komponenten für den Aufbau und Betrieb des ewz.zürinet. Es ist der erste Schritt auf dem Weg zum Breitbandnetz für alle. Mit dem Pilotprojekt halten wir unser Versprechen ein, innert wenigen Monaten seit der Abstimmung erste Liegenschaften ans Breitbandnetz auf Glasfaserbasis anzuschliessen.” Basierend auf einem offenen Netzkonzept wird das ewz.zürinet künftig allen interessierten Telekommunikationsunternehmen und Dienstanbietern diskriminierungsfrei zur Verfügung gestellt - auch der seinerzeit gegen das Projekt opponierenden Swisscom. (Ende)

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Claude Weill email: redaktion@pressetext.com Tel. +43-1-81140-300


Okt 31 2007

ICANN rechnet mit 2.000 neuen Top Level Domains

Erweiterung der Adresszonen jedoch frühestens 2009

ICANN diskutiert Erweiterung der Adresszonen (Foto: ICANN)

Los Angeles (pte/31.10.2007/11:55) - Die Internetverwaltung ICANN http://www.icann.org erwartet laut CEO Paul Twomey in den kommenden zwei Jahren bis zu 2.000 Anträge für neue Top Level Domains (TLD). Die Organisation tagt derzeit in Los Angeles, um die Weichen für die Erweiterung der Adresszonen zu stellen. “ICANN hat bereits einen Fahrplan für die Einführung von neuen TLDs vorgestellt. Demnach sollen die neuen TLDs frühestens Mitte bzw. Ende 2009 kommen. Noch nicht geklärt ist allerdings, ob diese Domains gTLDs oder ccTLDs sein werden”, berichtet Richard Wein, Geschäftsführer der österreichischen Domainverwaltung nic.at http://www.nic.at , im Exklusiv-Gespräch mit pressetext.

Bei gTLDs (generic TLD) liegt die Policy-Hoheit bei ICANN. Die Organisation bestimmt dabei, wie die Domain genutzt wird, was sie kostet und welche Richtlinien gelten. Bei ccTLDs (country code TLD) liegen alle Entscheidungskompetenzen bei der nationalen Verwaltungsstelle. Daneben gibt es noch weitere Unterkategorien in der TLD-Struktur beispielsweise gesponserte Domains (sTLD), die sich an einen bestimmten Kundenkreis richten (.aero für die Luftfahrindustrie, .museum für Museen oder .travel für die Reise- und Tourismusbranche). sTLDs werden vom jeweiligen Antragssteller verwaltet.

Konkretes über mögliche neue TLDs ist derzeit in Los Angeles noch nicht im Gespräch. Einige Organisationen fordern jedoch vehement die Zulassung von Städtedomains (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=071030028 ). “Dieses Bestreben wird momentan vor allem von .berlin getrieben, unterstützt von .nyc und .paris”, so Wein, der an der ICANN-Konferenz teilnimmt. Es stelle sich dabei jedoch die Frage, wo man dabei dann den Schlussstrich ziehen soll. “Das Problem, das ich dabei sehe, ist, wo es hinführen wird, wenn ICANN jetzt .berlin, .paris usw. zulässt. Hat dann jede Stadt die Möglichkeit, eine TLD zu beantragen? .mistelbach gibt wohl wenig Sinn”, sagt Wein.

Ein wichtiger Punkt bei der Vergabe einer TLD ist in jedem Fall der Rückhalt und der Bedarf der Local Internet Community (LIC). Was allerdings eine sinnvolle Erweiterung der Adresszone ist, lasse sich schwer vorhersagen, so Wein. “Die aktuellen Beispiele haben gezeigt, dass die sTLDs mit geschlossenem Kundenkreis, wie .travel oder .musuem unsinnig sind und nicht angenommen werden. Dagegen haben sich die letzten ‘neuen’ Domains wie .info oder .biz, die im Prinzip jedem offen sind, eher durchgesetzt”, meint der nic.at-Geschäftsführer. (Ende)

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Andreas List email: list@pressetext.com Tel. +43-1-81140-313


Okt 31 2007

WLAN-Chip verbraucht “nahezu null Energie” im Standby-Modus

Hersteller verspricht 100 Stunden VoIP-Gespräche mit einer Akkuladung

Neue WLAN-Chips sollen Energieverbrauch von Smartphones deutlich verringern (Foto: pixelio.de)

Santa Clara (pte/31.10.2007/06:20) - Der Halbleiterhersteller Atheros http://www.atheros.com hat einen Durchbruch im Bereich des Energieverbrauchs verkündet und den nach eigenen Angaben weltweit sparsamsten WLAN-Chip für mobile Endgeräte vorgestellt. Die Mikrochips der AR6002-Familie sollen im Standby-Modus “nahezu null Energie” verbrauchen, so der Hersteller in einer Aussendung. Des weiteren konnten die Atheros-Ingenieure die Leistungsaufnahme im aktiven Modus verglichen mit ähnlichen Bauteilen um 70 Prozent reduzieren. Mit den neuen Chips erhalten Smartphones und PDA eine deutlich längere Akkulaufzeit. Ein durschnittlicher Handyakku mit 800 mAh soll in Verbindung mit dem Atheros-Chip ein VoIP-Dauergespräch von 100 Stunden ermöglichen. Neben der datenschonenden VoIP-Anwendung würden sich die Komponenten jedoch optimal für breitbandige Einsätze eignen. Geräte, die mit dem Chip ausgestattet sind, könnten bis zu 200 Gigabyte Daten herunterladen, ohne eine externe Stromversorgung zu benötigen, verspricht der Hersteller. Atheros bietet die Chip-Serie in vier Varianten an. Sie sollen die Funkstandards 802.11a oder 802.11g beherrschen und in den Frequenzbändern von 2,4 oder 5,0 Gigahertz funken können. Zudem sollen sie mit Verschlüsselungstechniken bis hin zu WPA2 arbeiten. Zu finden sollen die Energiespar-Chips vor allem in Smartphones werden und somit den Gesamtverbrauch der Geräte, die vielfach mehrere Funktechnologien zur Datenkommunikation beherrschen, deutlich reduzieren. Derzeit liefert das Unternehmen die ersten Muster der AR6002-Serie aus. Die Massenproduktion soll Anfang 2008 aufgenommen werden. (Ende)

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