Jan 31 2008

Gute Konjunktur bringt F&E-Investitionshoch

Fachkräftemangel bremst Wachstum des Forschungssektors

Fachkräftemangel trifft auch F&E-Sektor (Foto: pixelio.de)

Berlin (pte/31.01.2008/13:52) - Mehr als 55 Mrd. Euro werden deutsche Unternehmen 2008 voraussichtlich in Forschung und Entwicklung (F&E) investieren. Diese Prognose hat der Stifterverband für die Wissenschaft http://www.stifterverband.de heute, Donnerstag, veröffentlicht und damit einen neuen Höchststand an F&E-Ausgaben der deutschen Wirtschaft angekündigt. Bereits in den vergangenen beiden Jahren stiegen die Ausgaben wieder deutlich an. In Zukunft könnte das Wachstum des Forschungssektors jedoch durch fehlende Fachkräfte gebremst werden. Der Stifterverband fordert deshalb Qualitätsverbesserungen in der Lehre sowie eine nachhaltigere Strategie für die Sicherung des Forschungssektors. Nachdem die F&E-Investitionen der Wirtschaft bis 2005 nur langsam anstiegen, verzeichnete der Stiftungsverband 2006 erstmals wieder ein deutliches Plus von 7,4 Prozent auf knapp 52 Mrd. Euro, das vor allem auf die gute Konjunktur zurückgeführt wird. Im vergangenen Jahr konnte nach vorläufigen Schätzungen erneut ein Zuwachs von 4,2 Prozent auf 54,2 Mrd. Euro verbucht werden. Insgesamt entfallen bereits 70 Prozent der deutschen Forschungsausgaben auf den Wirtschaftssektor. 2006 ist der Anteil der F&E-Ausgaben am deutschen Bruttoinlandsprodukt (BIP) demnach erstmals seit 2003 wieder gestiegen und kletterte auf 2,53 Prozent. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit jedoch nur auf dem neunten Platz, wie eine OECD-Statistik zeigt. Israel belegt mit einem Anteil von 4,53 Prozent der F&E-Ausgaben am BIP den ersten Rang, gefolgt von Schweden (3,82 Prozent) und Finnland (3,45 Prozent). In Deutschland setzt man sich unterdessen bis 2010 das Ziel, den F&E-Anteil am BIP auf drei Prozent zu erhöhen. Um diese Marke zu erreichen müssten jedoch nachhaltigere Strategien von Staat und Wirtschaft eingesetzt werden, fordert Jürgen Hambrecht, Vizepräsident des Stifterverbandes. “Wir betreiben zu viel Aufwand für die Gegenwart, anstatt in die Zukunft zu investieren. Was passiert, wenn die Politik vorrangig auf die Verteidigung des Status quo setzt, mussten wir schmerzhaft in Bochum erleben. Dabei wissen wir schon lange, dass einfache Fertigungstätigkeiten nicht die Zukunftssicherung für Deutschland sind”, verweist Hambrecht auf das Nokia-Werk in Bochum, das staatliche Subventionen erhalten hatte und nun geschlossen werden soll. Neben den erhöhten Ausgaben legte in den vergangenen beiden Jahren auch die Anzahl der Beschäftigen im F&E-Sektor zu. Demnach waren 2007 rund 320.000 Personen in Unternehmen und Institutionen für Gemeinschaftsforschung tätig. Obwohl die Mitarbeiterzahl zuletzt zulegte, könnte der Fachkräftemangel das Wachstum des F&E-Sektors schon bald einschränken. “Es dauert eben mindestens sechs Jahre, um eine neue Forscher- und Ingenieurgeneration auszubilden. Von einem Ansturm auf Mathematik, Physik, Informatik und Ingenieurwissenschaften ist im Übrigen nichts zu spüren”, sagt Andreas Schlüter, Generalsekretär des Stifterverbandes. Abhilfe könne nur eine bessere Betreuung der Studenten und mehr Qualität in der Lehre geschaffen werden. (Ende)

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Jan 31 2008

Umgekehrter Ansatz: Navi-Gerät mit Telefonfunktion

nüvifone unterstützt vergessliche Fahrer beim Wiederauffinden des Wagens

Garmin bringt Navi-Telefon im dritten Quartal 2008 in den Handel (Foto: garmin.com)

München (pte/31.01.2008/13:36) - Der GPS-Spezialist Garmin hat angekündigt, ein Navigationsgerät mit Telefonie-Funktion auf den Markt zu bringen. Garmin dreht damit den Trend um, Mobiltelefone mit GPS-Features aufzurüsten, und stattet ein eigenes Produkt mit der Telefonfunktion aus. Das Gerät soll unter dem Namen nüvifone http://www.garmin.com/nuvifone auf den Markt kommen und ist mit einem 3,5 Zoll großen Touchscreen, HSDPA-Mobilfunkverbindung sowie WLAN ausgerüstet. Neben On-Board-Karten liefert der Hersteller zudem einen MediaPlayer, Web-Browser und einige Google-Anwendungen mit dem Navigations-Telefon aus. Im Hauptmenü des nüvifones finden sich die Möglichkeiten “Anrufen”, “Suchen” sowie “Karten anzeigen”. Bei der Telefonsoftware handelt es sich um eine Eigenentwicklung von Garmin. Der Applikationspool umfasst des Weiteren einen E-Mail-Client, Anwendungen für Termine und Kontakte sowie Schnellzugriffsmöglichkeiten zu Suchdiensten von Google und dem Onlineportal von Garmin. Die eingebaute Kamera kann Fotos mit den aktuellen GPS-Koordinaten versehen. Werden diese verschickt, so kann der Empfänger die Koordinaten direkt als Zieladresse verwenden. Über das Garmin-Portal stehen dem User alle Navigationsfunktionen zur Verfügung. Dort finden sich neben Informationen zu POIs (Point of Interest) ebenso Verkehrsdaten, Hinweise zu Tankstellen mit den günstigsten Benzinpreisen, Aktienkurse, Nachrichten oder Sportergebnisse. Bei der Verwendung im Auto aktiviert das Gerät die Navigationsfunktion, sobald es sich in der Dockingstation befindet. Anrufe werden dann im Freisprechmodus entgegengenommen. Ein nützliches Zusatz-Feature ist, dass sich das nüvifone die letzte Position des Autos merkt. Somit unterstützt das Navi-Telefon vergessliche Fahrer beim Wiederauffinden des Wagens. Das nüvifone wird auf dem Mobile World Congress 2008 in Bacelona erstmals der Öffentlichkeit präsentiert. Im den Handel kommt es im Laufe des dritten Quartals 2008, heißt es vonseiten des Unternehmens auf Anfrage von pressetext. Zum Preis konnte Garmin noch keine Angaben machen. Das nüvifone ist der zweite Anlauf des Navigationsgeräteherstellers, Mobilfunk in seine Produkte zu integrieren. Bereits vor einigen Jahren hat Garmin mit dem Navtalk ein entsprechendes Produkt auf den Markt gebracht. Allerdings blieb der erhoffte Erfolg aus. Da sich mittlerweile ein eindeutiger Trend zur GPS-Integration in Handys abzeichnet, startet Garmin nun einen neuen Anlauf. (Ende)

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Jan 31 2008

HP reanimiert Compaq als Billigmarke

Markenexperte: “Entscheidung schützt das Image der Hauptmarke”

HP bringt Billignotebook unter der Marke Compaq (Foto: HP)

Böblingen (pte/31.01.2008/12:15) - Der Computerhersteller Hewlett-Packard http://www.hp.com/de hat angekündigt, mit drei neuen Produkten in das Computer-Billigsegment einzusteigen. Dazu wird in Deutschland die Marke Compaq wiederbelebt, unter deren Namen die günstigen Geräte in den Handel kommen werden. Mit den Notebooks “Compaq Presario A900″ und “Compaq Presario C700″ sowie dem Desktop-Computer “SR5300″ will HP sein Angebot für Privatkonsumenten erweitern und neue Kundenschichten erschließen, heißt es in einer aktuellen Aussendung. Die Notebooks sind zum Preis von 699 beziehungsweise 599 Euro erhältlich, der Desktoprechner kann für 399 Euro erstanden werden.

Das Notebook A900 wird vom Hersteller aufgrund seiner funktionellen Ausstattung als Laptop für den Alltag positioniert, der mobile Einsatz ist jedoch durch die Größe nur bedingt möglich, immerhin verfügt das Gerät über einen 17-Zoll-Breitbildmonitor. Als Herzstück schlägt ein Intel-Multicore-Prozessor, die Festplatte fasst 250 Gigabyte und der Hauptspeicher ist für maximal zwei Gigabyte ausgelegt. Des Weiteren verfügt das Gerät über WLAN, drei USB2.0-Anschlüsse sowie über einen DVD-Brenner. Als Betriebssystem wird Vista Home Premium mitgeliefert. Mit einer ähnlichen Ausstattung kann auch das C700 aufwarten, jedoch eignet es sich dank des 15,4-Zoll-Displays besser für den Einsatz unterwegs.

Die Reanimation der Marke Compaq hat das Unternehmen bereits Anfang des Jahres angekündigt. Bislang führt HP keine Produkte in der untersten Preiskategorie im Portfolio. “Der Name HP steht für Qualität und ist im Profi- sowie auch im Server-Segment positioniert. Es ist eine kluge Entscheidung, mit der übernommenen Marke Compaq in das aufstrebende Segment der Billiggeräte einzusteigen”, analysiert Markenexperte Markus Hübner http://www.brandflow.at im Gespräch mit pressetext. Sollte es HP gelingen, in der unteren Preiskategorie mit Compaq Fuß zu fassen, hätte man zwei starke Marken unter einem Dach vereint.

Compaq war einst einer der größten Computerhersteller der Welt, bevor der US-Konzern 2002 von Konkurrent HP übernommen wurde. Das Unternehmen aus Palo Alto nahm dafür 19 Mrd. Dollar in die Hand. In Folge verschwand Compaq größtenteils. Lediglich in Ländern wie England, Frankreich oder den USA überlebte die Marke trotz Übernahme aufgrund der starken Etablierung am Markt. In Deutschland hat HP mit Compaq nun einen Trumpf aus dem Ärmel gezogen. “Es ist nicht unüblich, dass ein Unternehmen eine übernommene Marke bei der Einführung einer neuen Produktschiene wieder hervorholt. Dadurch wird die Hauptmarke geschützt”, so Hübner. (Ende)

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Jan 31 2008

Gerücht: Google Phone mit Dell geplant

Teilnahmefrist zur Android Developer Challenge verlängert

OHA: Kommt Dell-Konkurrenz? (Foto: openhandsetalliance.com)

London (pte/31.01.2008/11:59) - Google plant den Start eines Mobiltelefons in Zusammenarbeit mit Dell - diese Vermutung hat das britische Magazin MarketingWeek gestern, Mittwoch, geäußert. Laut namentlich nicht genannten Quellen aus der Industrie sollen entsprechende Pläne auf dem im Februar in Barcelona stattfindenden GSM Mobile World Congress http://www.mobileworldcongress.com verlautbart werden. Dieses neueste Gerücht zu Googles Mobiltelefonie-Bestrebungen ist insofern verwunderlich, als dass Dell gegenwärtig nicht zu den Mitgliedern der rund um Googles Android-Plattform formierten Open Handset Alliance (OHA) http://www.openhandsetalliance.com zählt. Ein “Google Phone” in Zusammenarbeit mit Dell außerhalb der OHA würde also Konkurrenz für bisherige OHA-Partner wie Motorola und Samsung bedeuten. Konkreter sind die Vorstellungen zur weiteren Entwicklung von Android. “HTC und andere Hersteller werden Android-basierte Geräte in der zweiten Jahreshälte vorstellen”, meint Gartner-Analystin Roberta Cozza auf Anfrage von pressetext. Dazu hätten sich die Unternehmen bereits bekannt. Es sei ferner denkbar, dass es beim GSM Mobile World Congress zu vorgezogenen Produkt-Ankündigungen kommt oder es eine Vorstellung neuer OHA-Partner geben könnte. Google selbst hat in dieser Woche zumindest einen Android-Zeitplan nach hinten korrigiert. Bei der Android Developer Challenge (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=071113024 ) wurde die Teilnahmefrist für die erste Runde bis zum 14. April verlängert. Dies steht offenbar in Zusammenhang mit einer verbesserten Version des Android Software Development Kit, die in den nächsten Wochen veröffentlich werden soll. (Ende)

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Jan 30 2008

Antiviren-Patentstreit als Open-Source-Attacke

Kläger Trend Micro sieht nur Rechtsstreit profitorientierter Unternehmen

ClamAV Herz des Rechtsstreits (Foto: clamav.net)

Campell/Cupertino (pte/30.01.2008/13:58) - Mit einer patentrechtlichen Klage durch Trend Micro sieht sich der Sicherheitsanbieter Barracuda Networks http://www.barracudanetworks.com konfrontiert. In dem Streit geht es um die freie Open-Source-Software (FOSS) Clam Antivirus (ClamAV) http://www.clamav.net , die von Barracuda Networks vertrieben und in seinen Lösungen genutzt wird. Das kalifornische Unternehmen versucht im Rechtsstreit nun, sich nicht nur als Verteidiger seiner selbst, sondern auch der Open Source Community und von FOSS im Allgemeinen zu positionieren.

“Trend Micros Handlungen zeigen, dass ClamAV und andere Open-Source-Projekte verwundbar gegenüber kommerziellen Patentbesitzern bleiben, die ungerechtfertigt versuchen die freie Open-Source-Community zu behindern”, stellt Dean Drako, President und CEO von Barracuda Networks, den Fall dar. “Dieser Angriff ist ein Beispiel für die Gefahr, die von Softwarepatenten für alle Softwareentwickler ausgeht: Jederzeit kann es zu einer Klage wegen der Verwendung von Code ohne Zustimmung des Autors oder sogar selbst geschriebenem Code kommen”, liefert mit Richard Stallmann, Präsident der Free Software Foundation http://www.fsf.org und Gründer des GNU-Projekts, ein prominenter Name Unterstützung für Barracuda. “Heute ist das Opfer ClamAV, aber morgen könnte es jedes andere Programm treffen.”

Trend Micro hält den Vorwürfen entgegen, dass die Klage keineswegs als Angriff auf FOSS zu verstehen sei. “Der Rechtsstreit bezieht sich nicht auf Open Source oder ClamAV im speziellen”, heißt es von Trend Micro auf Anfrage von pressetext. Es seien vielmehr kommerzielle Barracuda-Produktpakete, die das Patent verletzten. ClamAV sei lediglich eine darin genutzte Antiviren-Softwarekomponente. Der Rechtsstreit sei ausschließlich als Auseinandersetzung zwischen zwei profitorientierten Unternehmen zu verstehen, heißt es auch gegenüber US-Medien. Allerdings antworteten amerikanische Unternehmensvertreter gegenüber Linux.com ausweichend, als der Schutz der Interessen der nicht-kommerziellen FOSS-Community konkret angesprochen wurde.

Konkret soll ClamAV gegen das US-Patent 5.623.600 für eine “Apparatur zur Virusdetektion und -entfernung für Computernetzwerke” verstoßen, das von Trend Micro im September 1995 beantragt und im April 1997 auch bewilligt wurde. In der Folge haben Antiviren-Hersteller wie Symantec, McAfee und im Jahr 2005 Fortinet außergerichtliche Einigungen mit Trend Micro erzielt. Barracuda Networks vertritt die Ansicht, dass die Technologie im Jahre 1995 bereits verbreitet war und das Patent ungerechtfertigt erteilt wurde. So habe etwa Norman Data Defense Systems 1995 ein ähnliches System gezeigt und IBM 1991 einen relevanten Artikel veröffentlicht. “Es ist dumm, Softwarepatente zu erlauben. Die US sollte sie alle abschaffen”, fordert Stallmann angesichts des amerikanischen Anlassfalls.

Auch in Europa ist das Patentrecht im Software-Bereich Anlass für Kritik, wie vor kurzem der Fall der Deutschen Web-to-Print-Branche zeigte (pressetext berichtete: http://www.pte.at/pte.mc?pte=080121034 ). “Dem europäischen Patentamt muss ein Riegel vorgeschoben werden. Wir brauchen eine Direktive, die die Vergabe von Software-Patenten verbietet”, meint Joachim Jakobs, Sprecher der Free Software Foundation Europe http://www.fsfeurope.org auf Anfrage von pressetext. (Ende)

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