Apr 30 2008

eBay führt PayPal-Zwang auch in Deutschland ein

Schlecht bewerteten Verkäufern blüht Einschränkung ihrer Aktivitäten

eBay straft schlecht bewertete Verkäufer mit PayPal-Zwang

Berlin (pte/30.04.2008/13:56) - Die deutsche Niederlassung des Online-Auktionshaus eBay http://www.ebay.de hat eine verpflichtende PayPal-Nutzung für einen Teil seiner Verkäufer angekündigt. Um eine entsprechende Trennlinie zu ziehen, führt eBay verschärfte Bedingungen ein. So behält sich das Auktionshaus vor, die Handelsaktivitäten von Usern zu beschneiden. Mit dieser Beschränkung geht einher, dass eingestellte Artikel in den Suchergebnissen schlechter gereiht und der Anbieter darüber hinaus dazu verpflichtet wird, den Zahlungsservice der eBay-Tochter PayPal anzubieten.

Verkäufer müssen künftig Standardkriterien erfüllen, um uneingeschränkt handeln zu dürfen. Dazu werden folgende Maßstäbe herangezogen, die jeweils auf die vergangenen 30 Tage bezogen sind und zur Einschränkung der eBay-Verkaufsaktivitäten führen: Beschwerden in den Bereichen “Artikel nicht erhalten” und “Artikel entspricht nicht der Artikelbeschreibung”, negative oder neutrale Bewertungen sowie eine niedrige detaillierte Verkäuferbewertung von ein oder zwei Sternen. eBay erläutert in der Nachricht an seine User weiters die Konsequenzen, die Verkäufern blühen, sollten sie längerfristig unterhalb der Standardkriterien bleiben: “Rückstufung ihrer Artikel bei der Anzeige der Suchergebnisse, Limitierung ihres Handelsvolumens oder sogar Suspendierung des Verkäuferkontos.” Ab Ende Mai sei zudem PayPal als Zahlungsoption zum Schutz von Käufern erforderlich.

Erst vor drei Wochen sorgte die australische eBay-Niederlassung mit einer Mitteilung an seine User für Aufsehen. Neben der Barzahlung wird ab 17. Juni 2008 einzig PayPal als Transaktionsmethode akzeptiert. Bei eBay Deutschland hieß es in einer ersten Reaktion, dass es sich um eine rein australische Entscheidung handle und für den heimischen Marktplatz keine ähnlichen Schritte zu erwarten seien. “Es gibt keine konkreten Pläne für andere eBay-Marktplätze”, so eBay-Sprecherin Maike Fuest damals auf Anfrage von pressetext. Gestern Abend erhielten die deutschen eBay-User jedoch eine E-Mail, die über die neuen Bestimmungen informiert. Als Begründung für diese Maßnahmen führt eBay Deutschland wie auch schon die australischen Kollegen eine Erhöhung der Sicherheit durch diese Maßnahmen an. Es solle das “Vertrauen der Käufer in die Attraktivität und die Zuverlässigkeit unseres Online-Marktes” gestärkt werden. Käufer, die mit PayPal zahlen, sind über den Käuferschutz bis zu 1.000 Euro abgesichert, so der Hinweis von Seiten eBays.

Der eBay-Vorstoß in Australien wurde von Brancheninsidern bereits als Experiment eingestuft, das - sofern erfolgreich - auf andere Marktplätze ausgeweitet werden könnte. Mittlerweile hat sich jedoch auch die australische Wettbewerbsbehörde eingeschaltet und prüft den Zwang zur PayPal-Nutzung. Daher agiert man hierzulande offenbar vorsichtiger, zumal eine ähnliche Regelung in der EU ebenfalls die Wettbewerbshüter auf den Plan rufen könnte. (Ende)

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Andreas List email: list@pressetext.com Tel. +43-1-81140-313


Apr 30 2008

Malware wird mit Lizenzbestimmungen ausgeliefert

Autor droht Auftraggebern mit Antiviren-Herstellern

Die Lizenzvereinbarung des Bot-Pakets “Zeus” mit Antivirus-Drohung (Foto: symantec.com)

Ismaning (pte/30.04.2008/13:40) - Moderne Malware-Schreiber haben ebenso wie Autoren legaler Software finanzielles Interesse an ihren “Produkten”. Die Cybercrime-Profis verhalten sich daher wie ganz normale Geschäftsleute. “Ähnlich wie Entwickler von legaler Software versuchen auch Kriminelle meistens, eine Lizenz- oder Copyright-Vereinbarung in ihre Programme einzubauen”, beschreibt Guy Bunker, Sicherheitsexperte bei Symantec, gegenüber pressetext. Auf legalem Wege können Malware-Autoren ihre “Copyrights” allerdings nicht durchsetzten. Der Autor des Bot-Pakets “Zeus” droht daher bei “Lizenzverstößen” mit Informationsweitergabe an Antiviren-Hersteller, berichtet Symantec-Forscher Liam O’Murchu. Verbote der kommerziellen Redistribution und der Code-Analyse sind gängige Lizenzbestimmungen bei legaler proprietärer Software. Sie finden sich aber auch in Malware-Paketen. “Auf diese Weise können die Autoren belegen, dass sie das entsprechende Programm geschrieben haben”, meint dazu Bunker. Aus dem russischen Sprachraum kommt das Bot-Paket Zeus, dessen Autor laut O’Murchu folgende interessante Passage in seine Lizenzbestimmungen eingebaut hat: “Bei bemerkten Verstößen gegen die Vereinbarung verliert der Kunde jeglichen technischen Support. Außerdem wird der Binärcode seines Bots sofort an Antiviren-Anbieter geschickt.” Geholfen habe das freilich nichts, so O’Murchu - das Paket sei im Untergrund kurz nach der Veröffentlichung frei getauscht worden. Dass Malware-Autoren auf “unerlaubten Gebrauch” ihrer Software tatsächlich mit der Weitergabe von Informationen an Antiviren-Hersteller reagiert hätten, sei ihm bisher nicht bekannt, so Bunker. “Wenn unsere Virenforscher neu entdeckte Schadprogramme untersuchen, gibt es aber immer wieder solch amüsante Entdeckungen”, fügt der Sicherheitsexperte hinzu. Doch haben solche Funde einen sehr ernsten Hintergrund. “Diese Lizenzvereinbarungen weisen vor allem darauf hin, dass kriminelle Programmierer keine Skrupel haben, Code aus allen Quellen zu verwenden, die sie nur finden können”, warnt Bunker. Eine der Lizenzbestimmungen von Zeus verbietet auch, die Control Panel des Tools zur Kontrolle anderer Botnetze zu verwenden. Tatsächlich würden Cyber-Kriminelle miteinander um die Kontrolle kompromittierter Computer “kämpfen”, so Bunker. “Zum Beispiel suchen sie nach Schwachstellen im Code der Bot-Programme, um auf diese Weise die Computer von anderen Gruppen zu übernehmen”, beschreibt er. “Dabei geht es allerdings nicht um Lizenzvereinbarungen, sondern um die Kontrolle über möglichst viele Computer, um auf diese Weise Geld zu machen”, so der Sicherheitsexperte abschließend. (Ende)

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Apr 30 2008

iPhone lernt Gebärdensprache

Übersetzungs-Tool startet mit über 2.000 Begriffen

Begriffssuche im Gebärden-Tool (Foto: schau-doch-meine-haende-an.de)

Reutlingen/Berlin (pte/30.04.2008/12:35) - 21TORR http://www.21torr.com entwickelt eine Anwendung, die das iPhone ab Juni 2008 zur Übersetzungshilfe für Gebärden macht. Die Software wird zum Start über 2.000 Begriffe aus einem Sammelwerk des Bundesverbands evangelische Behindertenhilfe (BeB) http://www.beb-ev.de kennen und Nutzern auf Wunsch Videoclips der Gebärden auf das Trend-Handy liefern. Dieses wird damit zur Kommunikationshilfe für Menschen insbesondere mit Mehrfachbehinderung und Personen in deren Umfeld. “Das ist eine schöne Idee, die ein Signal setzt”, freut sich Thomas Schneider, Pressesprecher des BeB, im pressetext-Gespräch über 21TORRs Initiative. “Es ist als interaktives Wörterbuch gedacht, um unterwegs Gebärden nachzuschlagen”, beschreibt Schneider die wichtigste Funktion. Auf dem Display des iPhones wählen Nutzer dazu Begriffe aus, um Informationen von einer Online-Datenbank abzurufen. An das iPhone werden dann Videoclips oder Abbildungen der entsprechenden Gebärden übertragen und auf dem 3,5-Zoll-Display dargestellt. Der Nutzer kann diese dann wiedergeben, um so etwa mit Gehörlosen zu kommunizieren. Schon zum Start werden dabei über 2.000 alltägliche Begriffe zur Verfügung stehen. Es ist vorgesehen, den Umfang der Online-Datenbank noch zu erweitern, betont Schneider. Neben den Gebärden selbst werden auch ein Fingeralphabet, Lernspiele und grundlegende Informationen zum Thema Gebärdensprache Teil des iPhone-Angebots sein. Das System nutzt allerdings nicht die Deutsche Gebärdensprache (DGS) für Gehörlose, sondern eine Variante, die speziell für Mehrfachbehinderte gedacht ist. “Die Gesten sind vereinfacht, die Grammatik sehr deutlich einfacher als die komplexe Grammatik der DGS”, beschreibt Schneider. Diese vereinfachte Gebärdensprache sei speziell für Personen konzipiert, die zusätzlich zu einer Hör- oder Sprachbehinderung auch eine geistige Behinderung aufweisen. Für Gehörlose und andere Personen, die die komplexere DGS beherrschen, sei das Hilfsmittel daher nur bedingt interessant. Allerdings würde diese Personengruppe die vereinfachten Gebärden verstehen, ihnen gegenüber könnten sich Nutzer des iPhone-Tools also zumindest verständlich machen. Inhaltliche Grundlage für das mobile Gebärden-Wörterbuch ist die Sammlung “Schau doch meine Hände an” http://www.schau-doch-meine-haende-an.de des BeB, die im Jahr 2007 als Buch und DVD-ROM in Zusammenarbeit mit TORR21 neu aufgelegt wurde. Die iPhone-Anwendung soll laut TORR21 ab Juni 2008 im Apple iTunes Store als Demo- und Vollversion erhältlich sein. (Ende)

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Apr 30 2008

DVB-T am Handy ermöglicht kostenloses Mobil-TV

Vodafone und T-Mobile verkaufen Fernseh-Handys noch vor der EURO

DVB-T-Handy mit auffälliger Antenne (Foto: LG)

Berlin (pte/30.04.2008/12:15) - Die Mobilfunker Vodafone und T-Mobile haben angekündigt, noch vor der Fußball-Europameisterschaft Mobiltelefone mit DVB-T-Empfängern auf den Markt zu bringen. Damit setzen die Telekom-Anbieter auf jene kostenfreie, terrestrische Fernsehübertragungstechnologie, wie auch von herkömmlichen TV-Geräten im Haushalt verwendet wird. Die Unternehmen umgehen damit zudem die Mobil-TV-Technik DVB-H. Vodafone, T-Mobile und O2 haben sich im Rahmen einer Kooperation um den Betrieb der DVB-H-Plattform in Deutschland beworben, im Januar dieses Jahres jedoch eine Absage erhalten. Den Zuschlag erhielt Mobile 3.0 http://www.mobiledreinull.tv , ein Zusammenschluss der Verlagshäuser Hubert Burda und Georg von Holtzbrinck sowie der MFD Mobiles Fernsehen.

Angeboten werden zwei Geräte, das “LG HB620T” und das “Gigabyte GSmart t600″. Die Handys sind mit einem integrierten DVB-T-Empfänger ausgestattet. Das UMTS-Handy LG HB620T sei zusammen mit einem Vodafone-Tarif mit 24-Monatsbindung für rund 100 Euro erhältlich. Das TV-Bild wird auf einem zwei Zoll großen TFT-Display mit bis zu 262.000 Farben dargestellt. Für das Gigabyte-Gerät müssen Kunden etwas tiefer in die Tasche greifen, es kostet inklusive Zwei-Jahres-Vertrag 290 Euro. Dafür kann das TV-Programm auf dem 2,6 Zoll großen Touchscreen-Display verfolgt werden. T-Mobile bietet etwa dieselben Konditionen.

Die DVB-T-Handys verfügen über eine ausziehbare Antenne und erinnern damit an einen altmodischen, tragbaren Analogfernseher. Nachteil des DVB-T-Empfangs ist zudem die unterschiedliche Empfangsqualität. Vor allem wenn der Handyuser das TV-Programm unterwegs verfolgen will, kann die schwankende Signalstärke zur Störung des Fernsehgenusses führen. So galt die Integration von DVB-T in Mobiltelefone lange Zeit als technisch problematisch. Auswege wurden hierbei in den Standards DMB und DVB-H gesehen, wobei sich letzterer als vorherrschende Technologie in Europa durchsetzen wird.

“Die DVB-H-Technologie ist speziell für den Empfang von Fernsehprogrammen auf mobilen Endgeräten ausgelegt”, erläutert Claus Sattler, Geschäftsführer des bmco forum (Broadcast Mobile Convergence Forum) http://www.bmcoforum.org im Gespräch mit pressetext. “Die Technik stellt sicher, dass ein Empfang sowohl in Gebäuden als auch unterwegs gleichmäßig stark ist und ein störungsfreier TV-Empfang ermöglicht wird”, so Sattler. Für die zukünftige weitere Vermarktung des mobilen Fernsehens braucht die Industrie geeignete Vertriebsmodelle und Partner. “Die Mobilfunker wären hierbei natürlich die optimale Wahl, um die breite Masse der Handybesitzer für mobiles Fernsehen zu begeistern”, meint Sattler. Das Potenzial sei in jedem Fall hoch, wenn man bedenkt, dass in Italien mittlerweile über eine Mio. Menschen mittels DVB-H Fernsehprogramme auf dem Mobiltelefon verfolgen. (Ende)

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Andreas List email: list@pressetext.com Tel. +43-1-81140-313


Apr 30 2008

Wespenart hat Sex mit Orchideen

Ungewöhnliche Liebesbeziehung ist Teil der Überlebensstrategie

Wespe und Orchidee verbindet eine ungewöhnliche Liebesbeziehung (Foto: http://www.mq.edu.au)

Sydney (pte/30.04.2008/06:20) - Dass einige Orchideenarten weibliche Insekten nachahmen, um deren männliche Artgenossen anzulocken, ist mittlerweile keine wissenschaftliche Neuigkeit mehr. Nun haben Forscher der Macquarie University in Sydney http://www.mq.edu.au aber herausgefunden, dass eine bestimmte Wespenart (Lissopimpla excelsa) in dieser Hinsicht noch einen Schritt weiter geht. Wie das Fachmagazin LiveScience http://www.livescience.com berichtet, gelang es der australischen Evolutionsbiologin Anne Gaskett diese Wespenspezies beim sexuellen Akt mit einer Zungenorchidee zu beobachten. Dieser sei laut der Schilderung der Biologin nicht vom vergleichbaren Verhalten mit einer Artgenossin zu unterscheiden gewesen. “Als ich diese Wespen bei der Paarung mit der Zungenorchidee beobachtete, sah das keineswegs nach einem Pseudoverhalten aus”, stellt Gaskett fest. Laut der Wissenschaftlerin sei es vielmehr zu einer tatsächlichen Kopulation zwischen dem Insekt und der Blume gekommen. Die Wespe habe sichtlich den sexuellen Höhepunkt erreicht und ihr Sperma über der Pflanze vergossen. Unmittelbar nach dieser Entdeckung machte sich Gaskett an die Erforschung des beobachteten Phänomens. Gemeinsam mit einem Team aus Kollegen untersuchte sie über Wochen hinweg Zungenorchideen nach nachweisbaren Spuren der Wespenbegattung. Unter Zuhilfenahme von UV-Licht wurden die Forscher daraufhin tatsächlich fündig und es gelang ihnen der Nachweis von Spuren von Wespensperma auf den Blumen. Gleichzeitig mit der Freude über die Entdeckung machten sich aber auch Bedenken bei der Forscherin breit. “Wenn männliche Wespen all ihr Sperma an Orchideen verschwenden, was bleibt dann noch für ihre weiblichen Artgenossen übrig”, fragt sich Gaskett. Der sexuelle Akt beraube die Insekten ihrer kostbaren Körperflüssigkeit und einer Unmenge an Energie, die sie eigentlich in die Fortpflanzung und somit in die Erhaltung ihrer Art investieren sollten. Das Geheimnis hinter der ungewöhnlichen Liebesbeziehung könnte zumindest zum Teil darin liegen, dass die Weibchen dieser Wespenart es auch ohne männliches Sperma schaffen, für Nachwuchs zu sorgen. “Wenn man sich auch ohne männliche Hilfe fortpflanzen kann, ist es nicht so tragisch, dass alle Männchen, die einem begegnen, ihr Sperma bereits für Orchideen vergeudet haben”, meint Gaskett. Untersuchungen unter rund 200 Insektenspezies, die sich in ähnlicher Weise von Orchideen hinters Licht führen lassen, würden diese Vermutung bestätigen. Sie hätten gezeigt, dass an die 90 Prozent der betroffenen Arten über Weibchen verfügen, die sich auch ohne männliches Sperma fortpflanzen können. Orchideen gehören zu den artenreichsten Pflanzenfamilien überhaupt. Entsprechend groß ist auch die Vielfalt im Bereich der Blüten und der spezifischen Bestäubungsmechanismen. Einige davon haben sich denn auch darauf spezialisiert, die Weibchen bestimmter Insektenarten nachzuahmen. Das Ziel dieser bewussten Täuschung ist die Verbreitung der eigenen Pollen, die für die Fortpflanzung der Orchideen erforderlich ist. Insekten wie Wespen fungieren somit als Kuriere, die aufgenommene Pollen von einer Pflanze zur nächsten tragen. (Ende)

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Markus Steiner email: steiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-317