Okt 31 2008

LED-Straßenlampen Ende 2008 verfügbar

Energiesparende Beleuchtung verringert zudem den Lichtsmog

Künftig werden LEDs die Straßen beleuchten (Foto: led-strassenlampe.de)

Brandenburg/Wernigerode (pte/31.10.2008/13:54) - Die deutschen Unternehmen Autev AG und HarzOptics haben angekündigt, dass man bei der gemeinsamen Entwicklung einer Straßenbeleuchtung auf LED-Basis kurz vor der Serienproduktion steht. Seit zwei Jahren arbeiten die Unternehmen an der LED-Straßenlampe http://www.led-strassenlampe.de und wollen bereits Ende 2008 ein fertiges kommerzielles Produkt auf den Markt bringen. Als großen Vorteil streichen die Entwickler den niedrigen Stromverbrauch hervor. Zudem seien sie aufgrund der Lichtpulsung besonders insektenfreundlich und würden durch den flexibel einstellbaren LED-Flügel den Lichtsmog minimieren.

Der Wissenschaftler Nils Haferkemper vom Institut für Elektromechanische Konstruktionen an der TU Darmstadt führt gegenüber pressetext außerdem noch den Sicherheitsvorteil der LED-Technologie bei der Beleuchtung von Straßen an. Im weißen Licht wären Farben besser erkennbar. “LED-Lampen lassen sich zudem stufenlos von null bis 100 Prozent dimmen”, so Haferkemper. Damit könnte man die Beleuchtung beispielsweise an Ampelphasen koppeln und die Helligkeit je nach Bedarf anpassen.

Das Kostenargument ist einer der größten Trümpfe der LED-Technologie. Über den besonders geringen Stromverbrauch haben Städte und Kommunen die Chance auf eine deutliche Senkung ihrer Betriebskosten. Außerdem werde dadurch auch der Ausstoß an CO2 reduziert. Damit tragen die Lampen in Zeiten stetig steigender Energiepreise zur Entlastung städtischer und kommunaler Haushalte bei und würden gleichzeitig einen wichtigen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz leisten, so die Entwickler. Die Beleuchtung von Straßen sowie öffentlichen Plätzen macht in Deutschland rund zehn Prozent des gesamten Stromverbrauchs aus, rechneten im Juli Forscher der TU Darmstadt in einer Studie vor.

Eine wesentliche Eigenschaft der “AuLED” genannten Entwicklung sind die beweglichen LED-Seitenflächen, auf denen zwei Drittel der Halbleiterelemente installiert sind. Der flexible Lampenkopf gestattet es, die Abstrahlcharakteristika für jede Lampe individuell festzulegen, wodurch sich die Lampen in Abhängigkeit von Masthöhe und -abstand so konfigurieren lassen, dass das Licht nur dorthin fällt, wo es auch benötigt wird. Diese intelligente Lichtplanung hilft nicht nur bei der Vermeidung von überflüssigem Lichtsmog. Sie ermöglicht es zudem, die Anzahl der Lichtpunkte zu minimieren und auf diese Weise die Investitionskosten zu senken. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Andreas List email: list@pressetext.com Tel. +43-1-81140-313


Okt 31 2008

Realitätsgrad virtueller Welten wird messbar

Optimierung von Unternehmensanwendung als Ziel

Forscher können bestimmen, ob diese virtuelle Welt ‘real’ genug ist (Foto: Linden Lab)

Raleigh (pte/31.10.2008/13:46) - Ein US-amerikanisches Forscherteam hat ein Messwerkzeug entwickelt, um zu beurteilen, wie “real” virtuelle Onlinewelten sind. Davon versprechen sich die Wissenschaftler Vorteile für den Einsatz virtueller Welten in Unternehmen. “Wir gehen davon aus, dass User, die sich in der virtuellen Welt ‘präsent’ fühlen, besser mit Kollegen zusammenarbeiten”, erklärt Teamleiterin Mitzi Montoya von der North Carolina State University (NCSU) http://www.ncsu.edu . Mithilfe der Messskala “Perceived Virtual Presence” (PVP) sollen Unternehmensanwendungen optimiert werden. Der Zustand der Weltwirtschaft, steigende Reisekosten und immer begrenztere Budgets führen der NCSU zufolge dazu, dass sich Unternehmen virtuellen Welten für Ausbildung und Kollaboration zuwenden. Für entsprechende Anwendungen ist nach Ansicht der Forscher wichtig, wie sie die Anwender wahrnehmen. “Wenn die Technologie für Ausbildungszwecke genutzt wird, fördert das Gefühl, stärker in der virtuellen Welt präsent zu sein, das Verständnis und Behalten von Informationen”, meint Montoya. Auch die Zufriedenheit der Auszubildenden steige. Allgemein sehen die Forscher Produktivität und Effizienz der Arbeit in virtuellen Umgebungen als stark davon abhängig, wie gut sich die Mitarbeiter in die virtuelle Welt versetzt fühlen. Bisher ist es laut NCSU aber nicht möglich gewesen, zu bestimmen, wie “real” eine virtuelle Welt eigentlich ist. Die Wissenschaftler haben daher mit der PVP-Skala ein Messinstrument entwickelt, dass speziell zur Optimierung von Unternehmensanwendungen gedacht ist. “So kann ermittelt werden, welcher PVP-Grad am besten für die Ausbildung, die Zusammenarbeit oder andere Anwendungsbereiche geeignet ist”, erklärt Montoya. Mithilfe des Messwerkzeugs wird es nach Ansicht des Teams möglich, eine virtuelle Umgebung genau mit dem Realitätsgrad zu gestalten, der ideal auf die Anfordernisse eines Unternehmens zugeschnitten ist. (Ende)

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Thomas Pichler email: pichler@pressetext.com Tel. +43-1-81140-303


Okt 31 2008

Erneuter Akku-Rückruf wegen Brandgefahr

100.000 Batterien aus den Sony-Fabriken betroffen

Identifizierung betroffener Akkus erfolgt über die Seriennummer (Foto: cpsc.gov)

Tokio/Washington (pte/31.10.2008/11:15) - Die Notebookhersteller Hewlett-Packard, Toshiba und Dell haben in der Nacht auf heute, Freitag, eine Rückrufaktion für Notebookakkus gestartet. Wie es in einer Mitteilung der US Konsumenterschutzbehörde Consumer Product Safety Commission http://www.cpsc.gov heißt, sind insgesamt 100.000 Akkus betroffen, die aus den Fabriken von Sony stammen und weltweit verkauft wurden. Als Grund für den Rückruf wird Brandgefahr angegeben. Laut Sony wurde in 40 Fällen von einer Überhitzung der Energiespeicher berichtet, in einigen wenigen Fällen erlitten Menschen leichte Verbrennungen.

Die nun bekannt gegebene Aktion ist Teil des großen Rückrufs im Jahr 2006 (pressetext berichtete: http://pte.at/pte.mc?pte=061006019 ). Insgesamt waren damals fast zehn Mio. Batterien betroffen, die von nahezu allen Notebookherstellern verwendet worden sind. Die Probleme bei den Batterien wurden von einer Verunreinigung innerhalb der Akkuzellen verursacht. Berichte über in Brand stehende Notebooks häuften sich, schließlich wurde deren Verwendung in Flugzeugen aufgrund des Feuerrisikos kurzfristig verboten. Sony kostete die Akku-Misere damals etwa 360 Mio. Dollar.

Die nun betroffenen Akkus wurden zwischen Oktober 2004 und Juni 2005 hergestellt. Verbaut wurden sie von Dell in den Inspirion- und Latitude-Modellen sowie von Toshiba in Satellite- und Tecra-Geräten. Hewlett-Packard integrierte die betroffenen in die Geräte Compaq Presario, HP Compaq und HP Pavilion. Des weiteren wurden die Akkus auch als Ersatzbatterien verkauft. Jene Kunden, die ein betroffenes Gerät erworben haben, werden gebeten, es nicht mehr zu benutzen und sich an den Hersteller zu wenden. Ob der eigene Laptop betroffen ist, kann anhand der Seriennummer überprüft werden. Entsprechende Informationen stellen die Notebookhersteller zur Verfügung. (Ende)

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Okt 31 2008

Eiertanz um universelles Log-in mit OpenID

Anbieter Google und Microsoft akzeptieren keine fremden Identitäten

OpenID, ein Pass zum ganzen Internet - falls er akzeptiert wird (Foto: openid.net)

Mountain View/Redmond (pte/31.10.2008/06:15) - Die “OpenID” http://openid.net , die als umfassende digitale Identität fürs Internet gedacht ist, macht Fortschritte, allerdings nur kleine. Ab 2009 können User eine Windows Live ID zum Log-in auf Webseiten, die OpenID unterstützen, verwenden. Ab sofort gibt es eine Preview-Version des entsprechenden Integrationswerkzeugs, wie Microsoft im Rahmen der Professional Developer Conference verriet. Kurz darauf hat auch Google vermeldet, dass man sich auf dem Weg in Richtung Single-Sign-On mittels OpenID befinde. Wie schon andere Internetgrößen bleiben aber sowohl Google und Microsoft die Möglichkeit schuldig, dass User die Services der Unternehmen mit fremden OpenIDs nutzen.

Sowohl Google als auch Microsoft gewähren zunächst Webseiten-Entwicklern Einblick in ihre Ansätze zur Unterstützung von OpenID 2.0. Google ermöglicht dabei, dass Webseiten Google-Accounts fürs Log-in akzeptiert werden und erntet scharfe Kritik von der Non-Profit-Organisation NeoSmart Technologies http://neosmart.net . Sie bemängelt, dass Google eigentlich gar nicht den OpenID-Standard umsetzt, sondern einen eigenen, OpenID-artigen Standard schafft. Jedenfalls wird Google mit seinem Schritt OpenID-Provider, ebenso wie Microsoft. Das Redmonder Unternehmen hat angekündigt, seine Live IDs “irgendwann im Jahr 2009″ allgemein mit OpenID-Funktionalität auszustatten. Damit wird sich das Unternehmen zu Yahoo, das seine User Ende Januar dieses Jahres zu OpenID-Besitzern gemacht hat, und MySpace, das diesen Schritt im Juli getan hat, gesellen.

Allen vier Unternehmen ist gemein, dass sie selbst vorerst keine fremden OpenIDs fürs Log-in akzeptieren. Somit steigt zwar weiter die Zahl der Nutzer, die im Besitz einer OpenID für das universelle Log-in sind. Daran, dass sie für verschiedene große Service-Anbietern im Internet jeweils eigene Accounts brauchen, ändert sich aber noch nichts. Obwohl sich 2008 somit ohne den wirklich großen Erfolg für OpenID dem Ende zuneigt, bleiben Verfechter der Technologie zuversichtlich. “Es gibt keine wirkliche Alternative fürs Single-Sign-On”, meint Thomas Huhn, Betreiber des OpenID Blog Germany http://openidgermany.de , im Gespräch mit pressetext. Die Technologie genieße breite Unterstützung in der Industrie und mit Googles Dienst Blogger akzeptiert ein Dienst des Internetriesen bereits fremde OpenIDs. “Daher vermute ich, dass Google als erstes eine vollständige OpenID-Unterstützung schaffen wird”, meint Huhn. Wann das universelle Log-in im Internet wirklich umfassend funktionieren wird, sei derzeit aber nicht wirklich einzuschätzen. (Ende)

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Okt 31 2008

Prozesse visueller Aufmerksamkeit entschlüsselt

Wille und Reflex spielen eine Rolle

Tests an Makaken gaben Aufschluss, wie Aufmerksamkeit funktioniert (Foto: pixelio.de/Dahrmann)

Göttingen (pte/31.10.2008/06:05) - Visuelle Aufmerksamkeit wird sowohl über den Willen als auch durch Reflexe gesteuert. Das haben Tests bei Makakenaffen bewiesen. Sucht man etwa einen bestimmten Gegenstand, ignoriert der Sehsinn gleichzeitig andere Objekte. Im Gegensatz dazu rufen markante Umweltereignisse wie ein sich näherndes Fahrzeug die Aufmerksamkeit reflexartig und automatisch hervor. “Beide Prozesse gehen auf unterschiedliche neuronale Mechanismen zurück”, erklärt Stefan Treue, Direktor des Deutschen Primatenzentrums Göttingen http://www.dpz.gwdg.de , im Gespräch mit pressetext.

Um zu den Ergebnissen zu gelangen, trainierte man Makaken, bis sie am Computerbildschirm visuelle Aufgaben ausführen konnten. Die Tiere lernten, bestimmte Ausschnitte ihres Sehfeldes zu beobachten und einen Knopf zu drücken, wenn sich etwas veränderte. Blitzsignale außerhalb des Blickfeldes signalisierten einen Ortswechsel des anvisierten Objekts. Dafür benötigten die Affen sowohl ihre bewusst gesteuerte als auch die reflexartige Aufmerksamkeit. Die Aktivität der Nervenzellen in der Hirnrinden änderte sich dabei, veranschaulichten die Forscher durch Messungen. Reflexgesteuerte Aufmerksamkeit war im Test über eine Zehntelsekunde schneller als die willensgesteuerte. Daraus schlossen die Wissenschaftler auf unterschiedliche neuronale Mechanismen.

Diese Erkenntnis sei für die Grundlagenforschung wichtig, betonte Treue: “Aufmerksamkeit wird heute zunehmend mit Leistung gleichgesetzt, weswegen man Störungen dieses Bereiches genau untersuchen muss.” Kinder, bei denen die Steuerung der Aufmerksamkeit nicht funktioniere, würden etwa vorschnell als Zappelphilipp bezeichnet. Doch müsse man in der Behandlung unterscheiden, ob es sich um physiologische oder psychologische Probleme handle, so der Göttinger Neurologe.

Die Untersuchung habe einen invasiven Eingriff erfordert, der bei Menschen unter normalen Bedingungen aus ethischen Gründen nicht durchgeführt werden dürfe, erörtert Treue auf pressetext-Nachfrage. Bei den Makaken sei die Schädeldecke unter Vollnarkose geöffnet worden, der gesamte Versuchsverlauf hätte daher ohne Schmerzen für die Versuchstiere erfolgt und entspräche dem Tierschutzgesetz.

Erst diese Woche hatte das Bremer Landesparlament ähnliche Forschungen mit Primatenaffen auf Druck von Tierschutzorganisationen eingestellt. Treue zeigt sich besorgt über diese Entwicklungen. “Für die Wissenschaft wäre es katastrophal, wenn Primatenforschung generell verboten würde, denn ein Standbein der Forschung ginge damit verloren.” Primatenaffen untersuche man aufgrund ihrer Ähnlichkeit zum Menschen, jedoch nur, wenn andere Versuchstiere keine zufriedenstellende Ergebnisse ermöglichten. “Das betrifft vor allem Experimente im Bereich der Infektionskrankheiten wie Aids, Pocken oder BSE, der Gehirnforschung und der Verhaltensforschung”, so Treue abschließend. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland Redakteur:

Johannes Pernsteiner email: pernsteiner@pressetext.com Tel. +43-1-81140-316